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Interview mit Ronald Kruschak
+++ März 2006 +++


Lang ist's her, dass im Spätherbst 2003 die ersten Meldungen vom Filmprojekt The Three Investigators in the Secret of Skeleton Island die Runde machten. Es folgte eine kreative Funkstille - mittlerweile ist eine Reihe von Drehbuchentwürfen ins Land und die Filmcrew auf einen anderen Kontinent gegangen -, welche nun durch erfreuliche Signale unterbrochen wird: direkt aus Südafrika meldete sich Produzent Ronald Kruschak und beantwortete uns einige Fragen, die wir Euch auch in einer englischsprachigen Übersetzung anbieten können.

Herr Kruschak, diverse Einträge im Markenregister des Deutschen Patent- und Markenamts deuten darauf hin, daß zunächst die Studio Hamburg Produktion für Film und Fernsehen GmbH über die nötigen Lizenzen u.a. am Serientitel "Die drei ???" verfügte, später dann Elizabeth Arthur als Lizenzinhaberin eingetragen wurde. Zudem werden in der Dezember-Ausgabe der Studio-Hamburg-Publikation "motive" auf dem Cover die typischen Farben weiß, rot und blau verwendet. Der Titel "Die drei ???" und die Farben sind aber doch eine Erfindung des Buchverlags Kosmos?
Wir haben uns mit Kosmos abgestimmt, dass die Jungs in der deutschen Fassung auch die typisch deutschen Namen tragen werden. Es macht gerade in Deutschland auch Sinn, sich am bekannten Logo zu orientieren. Was die Markeneintragungen betrifft: wir haben uns verpflichtet, alle Markeneintragungen, die wir vornehmen, auf Elizabeth Arthur zu übertragen. Wir haben nicht das Recht, Marken auf eigenen Namen einzutragen. Im Gegenzug aber hat sie uns die Nutzung der auf ihren Namen eingetragenen Marken zugesprochen.
Wird es eine Zusammenarbeit bzw. Kooperation mit Kosmos und/oder BMG geben?
Wir sind in intensiven Gesprächen mit dem Kosmos Verlag und mit BMG. Wir stimmen uns ab und werden uns bei der Vermarktung unterstützen, wo wir können.
Verfügen nunmehr ausschließlich Elizabeth Arthur und Sie über die Möglichkeit, die zehn Geschichten Robert Arthurs in deutschsprachiger Buchform zu veröffentlichen? Ist eine Neuveröffentlichung der Originale angedacht, und/oder wird es Bücher zum Film geben, die sich eher an der Filmhandlung orientieren?
Für unseren Kinofilm hätten wir in der Tat gern eine Buch- und Hörspielveröffentlichung, diese müssen aber erst verhandelt werden. Wir halten Euch auf dem Laufenden. Mit den normalen Buchveröffentlichungen oder mit den Hörkassetten-Veröffentlichungen haben wir als Filmproduktion hingegen nichts zu tun. Wir haben keinen Einfluss und reden dabei auch nicht mit. Wir haben also auch überhaupt nichts damit zu tun, dass BMG seit einigen Monaten keine Hörkassetten mehr produziert!
Zurück zu den Fragezeichen auf dem "motive"-Heft: war das jetzt nur eine Behelfsillustration oder weist das Bild bereits in die Richtung eines speziell auf den deutschen Markt abgestimmten Corporate Designs?
Es ist eine Behelfsillustration, die ich vor einiger Zeit mal mit dem Visual Effects-Fachmann und Grafiker Ralph Apfelbaum entworfen habe. Ralph hat die Visual Effects meiner Kinderfilm-Produktion Hilfe, ich bin ein Junge! gemacht und jüngst alle Visual Effekte der Kinderserie Vier gegen Z. Welches Logo schließlich verwendet wird, steht noch nicht fest. Hier arbeiten wir eng mit unserem Verleihpartner Buena Vista International (Germany) zusammen. Aber auch hierbei stimmen wir uns immer mit dem Kosmos Verlag ab. Wir wollen ja schließlich keine Parallel-Marke aufbauen.
Gibt es Ihrerseits eventuell Überlegungen, hierzulande mit Aiga Rasch zusammenzuarbeiten? Und auf internationale Ebene vielleicht mit Ed Vebell, der viele der amerikanischen Bücher illustriert hat?
Die Idee mit Aiga Rasch und Ed Vebell ist sehr interessant. Ich werde sie mit Buena Vista mal besprechen. Falls Ihr noch weitere Ideen zu diesem Thema habt, würden wir uns über Eure Anregungen sehr freuen!
Im Studio-Hamburg-Interview schilderten Sie den Entwicklungsprozess am Drehbuch als "Arbeit mit mehreren Autoren". Muss man sich das als Nebeneinander oder als Nacheinander vorstellen?
Nacheinander. Mit David Howard waren wir noch sehr eng am Romanplot, blieben aber unzufrieden, was sicherlich zum Teil daher rührte, dass die ursprüngliche Geschichte ja schon 40 Jahre alt ist. Zum anderen gibt es im Buch zu viele Rückblenden - die Piratengeschichte, der Bankraub, der Blitzeinschlag auf dem Vergnügungspark und die Geistererscheinung - das widerspricht leider vollkommen einer Drehbuchdramaturgie. Das bedeutet, dass die Hälfte des Films aus Flashbacks bestanden hätte und deshalb mussten wir umdenken. Unser gemeinsames Ziel mit den Erben von Robert Arthur ist es, die Grundidee des Romans beizubehalten, aber für das heutige Publikum zu aktualisieren und für einen Kinofilm entsprechend dramaturgisch aufzubereiten. Thomas Walendy hatte ich dann gewählt, weil ich wußte, dass er sehr gut Kriminalplots durchdenken kann und den Humor der drei ??? gut versteht. Nachdem der Plot mit ihm nach Südamerika gewandert war, hatten wir zwar eine super-spannende direkt erzählte Geschichte, aber hatten immer noch das Gefühl, nicht wirklich zeitgemäß zu sein. Mit Philip LaZebnik, der ein Jahrzehnt lang direkt für Jeffrey Katzenberg bei Disney und Dreamworks gearbeitet hat, haben wir uns dann entschieden, die Geschichte nach Südafrika zu verlegen, wo wir von Beginn an sowieso drehen wollten. Robert Arthur hat in seinen Romanen immer kritisch erzählt, wie sozial oder ethnisch bedingten Schwächeren in unserer Gesellschaft mit Vorurteilen begegnet wird. In Skeleton Island hat er diesen Gedanken im griechischen Einwanderjungen Chris verkörpert. In unserem Film wird aus Chris nun ein Mädchen aus den afrikanischen Townships. Die Veränderung mag abenteuerlich klingen, macht aber Sinn, wenn man der ursprünglichen Intention von Robert Arthur folgt.
Im Interview von 2003 stellten Sie in Aussicht, dass die drei Detektive auch im Film einen Mentor (natürlich nicht Hitchcock) haben würden. Ist es dabei geblieben?
Wir hatten lange eine Menge Möglichkeiten durchgespielt und auch mit Elizabeth Arthur gesprochen. Sollten wir Hector Sebastian wiederbeleben? Oder eine lebende Regielegende ansprechen? Steven Spielberg? Wolfgang Petersen? Aber dann haben wir entschieden, dass die Jungs ihre Fälle direkt von ihren Klienten bekommen sollten. Die Hitchcock-Idee ist heute einfach nicht realisierbar. Was meint Ihr denn dazu?
Um am Schluss einmal Erbsen zu zählen: in den drei Kinofilmen wird auch die Geschichte von Justus Jonas' Eltern, die laut Studio-Hamburg-Interview "bei einem Flugzeugunglück ums Leben gekommen sind", behandelt. André Marx hat wiederholt darauf hingewiesen, dass in keinem der amerikanischen Bücher erwähnt wird, welcher Art von Unfall Justus Jonas' Eltern zum Opfer fielen (eine Belegstelle im Crimebusters-Band An Ear For Danger (... und der riskante Ritt), in der von einem Autounfall die Rede ist, ging ihm seinerzeit durch die Lappen), so dass André in seinem Buch Das leere Grab den Unfall erstmalig als Flugzeugunglück interpretierte. Wie kam es nun bei Ihnen zum Flugzeugunglück?
Ich habe mich vor einiger Zeit mit André Marx getroffen und mit ihm darüber gesprochen. Ich finde seine Idee sehr gut, daher haben wir sie übernommen.
Ich danke Euch für Euer Interesse und habe am Schluß noch ein eigenes Anliegen. Wir Ihr wisst, haben wir Merchandising-Rechte, die sich auf den Film beziehen, erworben. Ich würde zu gern wissen, welche Art von Merchandising Ihr gern hättet? [Antwortet hier!]
 
Viele Grüße vom Kap der Guten Hoffnung auch vom Florian, unserem Regisseur und natürlich von Justus, Peter und Bob ...
Euer Ronald Kruschak
Die Fragen stellte das Team der rocky-beach.com.
Weiterführende Links:
Kinofilm-Merchandising: Eure Ideen und Vorschläge? (im Forum der rocky-beach.com)
Aktuelle Meldungen zum drei ???-Filmprojekt
zum Autorenspezial

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