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Die Problematik zwischen Buch und Hörspiel

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195) oelilein schrieb am 21.04.2014 um 14:28:08: schlecht ist daran, das ein hörspiel ein hörspiel bleiben muss und kein theater werden darf. die korrelation, daß es mit den touren auch klanglich bei den hörspielen abwärts ging -ist (leider) eindeutig zu ziehen! ich würde mir an deren stelle in HH auch keine allzu große mühe bei der hsp-"machung" geben...
194) Sophie schrieb am 21.04.2014 um 13:53:12: @191: Ich denke, aber nun wirklich nicht, dass es den allermeiten drei ???-Fans, die zu den Touren gehen, um "Sensationsgeilheit" geht. Man verzeihe mir bitte dieses Wort. Klar ist es interessant, mal zu sehen, wie sozusagen ein Hörspiel gemacht wird, aber sicher für viele, die Hörspiele mögen. Und ansonsten ist es doch ähnlich, wenn man zu einer Band oder ins Theater geht. Warum soll das nun grundsätzlich schlecht sein?

@192: Was konkret machst du den drei ???-Sprechern im Rahmen der regulären Hörspiele denn zum Vorwurf? Ich finde ja auch manche Improvisationen nicht angemessen und wünsche mir mitunter auch mehr Elan/mehr Emotion. Ich weiß gerade nicht, wie ich es anders ausdrücken soll. Aber dass sie nun generell in den Hörspielen nicht mehr gut agieren, kann ich nicht sagen. Dass du sie im Synchronbereich anders wahrnimmst, kann auch damit zu tun haben, dass da andere Herausforderungen bestehen. Ich meine, klar kann man einen Jugendlichen, der Kriminalfälle löst, glaubwürdig und nicht glaubwürdig darstellen. Man kann auch die Emotionen graubhaft spielen oder eben nicht. Aber die ganz große Herausforderung ist das sicher nicht, wedr im Sycnron- noch im Hörspielbereich. Klar, dass du da sozusagen bei anspruchsvolleren Rollen von guten Leuten auch mehr geboten bekommst. Bei manchen Sprechern/Schauspielern habe ich mitunter auch den Eindruck, sie kriegen regelmäßig wenig anspruchsvolle Rollen, weil sie für solche Rollen gerade noch glaubhaft genug rüberkommen. Mit anspruchsvolleren Rollen wären sie überfordert. Ich möchte da jetzt lieber keine Namen nennen, meine aber natürlich nicht die drei ???-Sprecher, es war nur eine Anmerkung.
193) Nico © schrieb am 21.04.2014 um 11:39:41: @192 Da kann ich zustimmen. Ich liebe Thomas Fritsch als Schauspieler und als Synchronstimme, aber als Erzähler der drei ??? wirkt er irgendwie fehl am Platz...
192) Hunchentoot © schrieb am 21.04.2014 um 10:36:49: Ich sag nur soviel: wenn man Fröhlich und Rohrbeck mal als Synchronstimmen in Hollywood-Filmen hört, merkt man erst, wie gut sie eigentlich sind und dass sie auch tatsächlich was drauf haben. Das ist in den Hörspielen nicht nur nicht mehr der Fall, ich würde sogar sagen, wenn das überall ihre Leistungen wären, würde sie sonst niemand mehr einsetzen. Sie KÖNNTEN also definitiv, aber anscheinend wollen sie nicht. Da kommen dann Äußerungen wie die von AF gerade recht, um das Bild gerade zu rücken: sie nehmen die Sache einfach nicht mehr ernst. Das DDF-Hörspiel ist für sie kein Stück Audio-Theater mehr, sondern ein liebenswertes Kuriosum.
Minninger und die Regie sind natürlich auch nicht zu unterschätzende Faktoren. Und der Erzähler (wie hieß er doch gleich?)... hat eigentlich eine gute Stimme, aber die Art, wie er die Sachen rüberbringt... ich kann nichtmal wirklich benennen, warum es so seltsam wirkt.
191) oelilein schrieb am 21.04.2014 um 10:34:09: ich finde eure beiträge sehr interessant und gut! vielleicht hat es auch mit der gesellschaft zu tun, auch wenn das abgenudelt und belanglos klingt. wenn die hallen bei den touren so voll sind kann etwas nicht mehr stimmen. die leute hören sich das nicht an, sie "sehen" sich die kult-personen an. es geht ums abkonsumiern, ums lachen, ums sensationelle durchs schlüsselloch-gucken, mal dabei gewesen zu sein. ich würde so eine eintrittskarte freiwillig abgeben, denn so etwas möchte ich mir wirklcih nicht ansehen. die jungen leute wollen sich ergötzen wie bei DSDS oder GNTM oder The Voice oder oder.....der trend ist seit 10 jahren leider beobachtbar. sich gedanken machen, ernsthaft etwas mitverfolgen, geist und fantasie einschalten ist nicht angesagt, dann gilt man gleich als melancholisch oder depressiv. hurra-typen sind gefragt, überall in der gesellschsaft-leider! Evtl. auch dank RTL, Bild und Co.
190) Sophie schrieb am 21.04.2014 um 10:08:22: @189: Sicher gibt es negative Einflüsse der Touren, z.B. irgendwelche seltsamen sexuellen Anspielungen in den regulären Hörspielen. Aber ich sehe auch vor allem die langen Dialoge als Problem an. Offenbar wird viel Action aus den Büchern "herausgeschnitten" bzw. im Hörspiel minimal gehalten. Sicher gibt es auch schlechte und langweilige Bücher, die dann zu negativen Hörspielen führen (müssen). Und dann gibt es, was man natürlich auch nur spekulieren kann, eine Regie, die vielleicht nicht immer den Einfluss auf die Sprecher nimmt, der wünschenswert wäre...
189) baphomet schrieb am 21.04.2014 um 06:28:56: @188 Mal ehrlich, der Minni schon wieder als alleiniger Sündenbock? Dann gibt es, nach der Logik, seit 1995 kein gutes Hörspiel mehr, weil Copy-and-Paste-Minninger so faul ist? Er ist in den Jahren eher immer besser geworden, wenn auch nicht ohne einige Laberklopper. Der Rest ist das, was die Autoren liefern. Ich würde mal das Augenmerk auf die letzten fünf Jahre begrenzen, wo sich eine ganz neue Kultur der Vehikelplots entwickelt hat, die es vorher nicht gab. Beginnend etwa beim "namenlosen Gegner", eine absurde Pseudo-TKKG-Farce, die nur dazu dient, die ??? aufeinander zu hetzen, über "Zeichen", quasi eine Folge ohne Plot, angefüllt mit Täuschungen und Fanklüngel, bis zu "Bilder", eine Schrottplatz-Dekonstuktion mit kleinstem Restplot. Von reinen Erwachsenenprodukten wie "Strasse" ganz abgesehen. Sprengsel von sowas gibt es quasi in jedem Buch seitdem. Allen ist gemein, dass sie das Marginale, also den (angeblichen) Alltag der ??? in den Mittelpunkt rücken, wodurch zwangsläufig die Sprecher super aufschlagen können. Bei Marx war es wenigstens immer eine ernsthafte Auseinandersetzung mit einem Charakter, wenn der integral in den Mittelpunkt eines Plots gerückt wurde. Heute wird Futter für die Sprecher geliefert, als sei das allein schon ausreichend für ein Buch/Hörspiel. Und das ist der Ungeist der Touren, der da weht und wabert.
188) swanpride © schrieb am 21.04.2014 um 04:50:08: Die langen Dialogszenen kommen in erster Linie deshalb zustande weil Minninger dazu neigt, einfach die Passagen aus dem Buch zu übernehmen, anstatt sie Mediumgerecht umzusetzen. Das Problem ist weitaus älter als die Touren, und wird hier auch schon weitaus länger diskutiert. Genauso wie die Unart, alles erklären zu wollen, in manchen Hörspielen beschreibt der Erzähler sogar die Geräusche, die zu hören sind (weil man bei einem Hörspiel anscheinend nicht erwarten kann, dass der Hörer erkennt, dass eine quietschende Tür eine quietschende Tür sein soll).
187) baphomet schrieb am 20.04.2014 um 22:35:14: @186 Das ist richtig, die Detailfragen sind insgesamt nicht so wichtig, ich hatte swans Beitrag vom Kontext getrennt gelesen und kommentiert. Ich sehe bei den Hörspielen den langfristigen Einfluss der Touren wirklich kontraproduktiv am Werke. Da die Sprecher jetzt so im Rampenlicht stehen, schreiben die Autoren praktisch schon automatisch zu lange Dialogszenen, weil es diese Vorstellung der Echte-Stars-bejubelnden Massen in allen Macherköpfen gibt. Das Abgelesenhaben ist salonfähig und Religion geworden. Das wollen wir Fans, wir haben doch so gejubelt. Und dieses völlige Missverständnis des eigentlichen intimen Genres hat eine Negativspirale eingeleitet, wo die paar echten Hörspiele wie "Stadt" und "Pilot" der letzten Zeit, obwohl auch sie einige Schwafelorgien und Liveismen enthalten, den kleine Finger auf die riesige Wunde der Sprechereitelkeit, ob aktiv oder passiv sei dahingestellt, zu legen versuchen.
186) oelilein schrieb am 20.04.2014 um 19:02:49: man sollte jetzt nicht jedes einzelne hörpsiel durchsprechen, das ist "restringiertes sprechen", weil man sich im "klein-Klein" verfängt. ich bin der ansicht, das hörspiele eben ein rundum-erlebnis sein müssen, mit erlebbaren und nachvollziehbaren aktionen, die immer wieder auditiv begleitet werden sollten. bei den Drei ??? ist die qualität diesbezüglich durchweg sehr weit unten angelangt -mittlerweile.
185) baphomet schrieb am 20.04.2014 um 15:49:37: @183 Das sind gute Beispiele von einem Extrem zum anderen. Die Restaurantszenen im "Gegner" machen Appetit, die Szene im "Seeungeheuer" versaut sie. Bei letzterer ist das gleich ein schlechter Einstieg, weil sie als Exposition per se viel zu lang und langweilig ist. Dann kommt noch der folgende "Fehler" in der Seemonster-Szene, wo die Erzählperspektive ohne einen der DREIer besetzt ist. Aber man kann das noch als Reminiszenz an die Gruselserie deuten, die mitunter auch auf echte Protagonisten verzichten wollte, eben wie im "Ungeheuer aus der Tiefe". Ich musste das insgesamt viel zu lange Hörspiel öfter hören, um es endlich gut finden zu können. Da war das Salatgemampfe nicht hilfreich. Ich verstehe auch nicht, was das soll, ist es doch eine offensichtliche Provokation, wenn eine neue Serie wie die DREIer damit beginnen soll, denn das Diäten-Thema ist doch wohl eher unbeliebt. Oder wollte man nur mit Gewalt einen In-Joke über die Diäten machen, der leider in der Produktion völlig übers Ziel hinausgeschossen ist?
184) Kati schrieb am 20.04.2014 um 11:59:12: Auf das swanpridekauen kann ich ehrlich gesagt verzichten...
183) swanpride © schrieb am 20.04.2014 um 08:28:52: Auf das Salatkauen kann ich ehrlich gesagt verzichten...ich finde das höchst unappetitlich, wenn da jemand ins Mikro schmatzt. Besteckklappern, Schluckgeräusche und von mir aus ein "reichst du mir mal bitte das Salz" mittendrin gerne (siehe oder besser höre Der unsichtbare Gegner) aber bitte nicht dieses penetrante Geschmatze, das zwischenzeitlich in war. Ich hasse die Salatszene vom Seeungeheuer.
182) oeli schrieb am 19.04.2014 um 10:28:58: Oma Truels, das sehe ich teilweise anders, teilweise auch ähnlich. meine ansicht: wenn ich ein hörbuch hören möchte, dann kaufe ich mir eins, beim hörspiel geht es aber gerade um das auditiv-erlebnis: hier ist es nützlich zu hören, wie jemand salat kaut oder über eine brücke fährt oder einige vögel zwitschern..das negative bei den drei fragezeichen ist gerade in den letzten ~ 50 folgen, daß ausschließlich eingelesen wurde, statt echte hör-erlebnisse zu produzieren. was nun wichtig und was unwichtig in einem hörspiel ist, solte man den machern überlassen. solange die story noch spannend umgesetzt wurde, geht das doch klar. ma solte nicht zum erbsenzähler werden.
181) Oma Truels © schrieb am 12.03.2014 um 09:53:02: Ein Hörspiel soll Gefühle transportieren triffts ziemlich genau. Und da gehört nun mal die Atmosphäre durch Geräusche/Musik, die Sprecher-Leistung und ein nicht mit Nebensächlichkeiten zu überladenes Skript dazu. Im Vergleich zu den früheren Folgen, hat man bei den neueren das Gefühl, man hört den 3 Laber-Lieseln zu, die jede Szene kaputt quatschen. Die Sprecherleistung variiert sehr stark oder es gibt Fehlbesetzungen. Die Atmosphäre durch Musik und Geräuschen ist auch eher auf dem unterem Niveau (vor allem die "Musik"). Über die gelungen Transportierung des Inhalts eines Buches kann ich nicht viel schreiben, da ich nur "höre" und die Bücher nicht kenne. Aber ich würde vom Gefühl eher schreiben: Weniger ist Mehr.Es interessiert mich als Hörer nicht, ob die drei ??? gerade einen Salat gemacht haben (dabei wird geschmatzt) oder ob eine Telefonleitung gerade eine schlechte Verbindung hat (Wo 3x "Wie war das?" gesagt wird). Wenn ich mal viel Zeit habe, wollte ich mir mal die neueren Hörspiele selber umschneiden, damit daraus ein hörbares Erlebnis für mich wird, damit ich Lust habe eine neueres Hörspiel mehr als 1x zu hören. Leider kann ich manch Sprecherleistung dadurch nicht korrigieren.

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