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Folgen-Diskussionen77) Dave © schrieb am 24.07.2021 um 12:05:10 zur Folge und der Jadekönig: @76: Perry, du wolltest hier im Forum doch mit den Tarantinovergleichen aufhören. Das geht nicht gut ;) (Zumal Straße des Grauens immer noch nix mit Tarantino zu tun hat. Roadmovie für Erwachsene ja, Tarantino nein.) Zum letzten Satz und dannach auch zum Rest was du schreibst: Es ist die Frage ob es ein falscher Kontext ist. Ein anderer definitiv, aber muss er automatisch falsch sein. Einige deiner Punkte sind, auch wenn du das nicht gern hören wirst, schlichtweg subjektiv: Dass "das leere Grab" für ein Detektivbuch zu unspannend sei ist deine Meinung. Ich meine mich zu erinnern, dass ich das Buch sehr spannend fand, als ich es mit elf oder zwölf das erste mal gelesen habe. Ähnliches trifft auf "Das Erbe des Meisterdiebs" zu. Auch das dürfte ich mit elf das erste Mal gelesen haben und es hat hervorragend funktioniert, es war damals eines meiner Libelingsbücher der Reihe. Als Kinderbücher scheinen sie in meinem Fall also hervorragend funktioniert zu haben, auch wenn sie sich deiner Meinung nach dafür disqualifizieren. Und das ist etwas, was mir bei dir schon häufiger aufgefallen ist: Du schreibst Dinge wie "welches Kind will denn so etwas lesen", ich erinnere mich an mein unschuldiges, elf oder zwölf jähriges Ich zurück und denke: Ich wollte so etwas lesen. Mich hat das abgeholt und gut unterhalten. Deine Trennung zwischen Jugend und Kinderbuch klingt auf dem Papier gut und ist da auch schlüssig, funktioniert in der Realität aber nicht zwingend. Wo ich aber völlig bei dir bin ist, dass Sexualität generell nicht in Kinderbücher gehört. Egal in welcher Ausprägung. Das ist einfach kein Thema für einen zehn oder elfjährigen und sollte das auch nicht sein. Allerdings sehe ich dieses Problem im Jadekönig eben nicht. Da geht es nicht um Sexualität. Da kommt eine gleichgeschlechtliche Beziehung vor. Und ja, zu der hat sicherlich auch Sexualität gehört, aber das wird genausowenig thematisiert wie bei nahezu jeder heterosexuellen Beziehung die sonst in der Reihe Erwähnung findet. In meinen Augen wurde dieses Thema zum ersten Mal in der Geschichte der drei ??? schlüssig und nicht störend eingebaut und so lange das jetzt nicht alle zehn Bände passiert kann ich da auch keinen erhobenen Zeigefinger oder sonst etwas erkennen. Im Gegenteil: Das Element wird verwendet um die Detektivgeschichte möglichst gut erzählen zu können. Und nur in dieser Rolle hat es seine Berechtigung. 76) PerryClifton © schrieb am 24.07.2021 um 08:54:20 zur Folge und der Jadekönig: Ich liste übrigens mal einzelne Beispiele auf, wann DDF inhaltlich und konzeptuell stark in Richtung Jugendbuch verschoben wurde, damit deutlich wird, dass es sich nicht nur um ein Etikett handelt. Mir ist klar, dass dann einige vielleicht fordern, DDF am liebsten komplett zu Jugendbüchern umzustricken Andererseits sieht man vielleicht auch, wo gewisse Hasen im Pfeffer liegen.Crimebusters/Angriff der Computerviren: Nicht die Freundinnen an sich, aber die Art, wie sie hier dargestellt werden und der Raum, den dieser "Beziehungsstress" einnimmt bzw. wie sehr dieses Thema das Kinderbuchthema der Detektivarbeit verdrängt, sind eindeutig Züge von Jugendbüchern. Das leere Grab: Es geht fast nicht um Detektivarbeit, sondern um seelische Konflikte bzgl. der eigenen Eltern oder auch der eigenen Identität. Mehr Jugendbuch geht kaum. (Es ist allerdings für ein Jugendbuch zu oberflächlich und für ein Detektivbuch zu unspannend). Erbe des Meisterdiebes: Justus' Liebesaffäre und ihre Tücken sind Jugendbuchstoff. Der wiederum unpassende Zusammenhang, der zum Kinderbuchstoff hergestellt wird, indem daraus eine völlig überzogene moralische Kompassverschiebung konstruiert werden soll, trägt, wenn man ihn ernst nehmen soll (was man im Zusammenhang mit einem Kinderbuch kaum kann), dann schon eher Psychothriller-Züge. Dafür besitzt es aber wiederum nicht das nötige Handwerkszeug. (Kurzer Einschub: Wenn der Titel "Insel des Vergessens" eine Anspielung auf Demenz war, ist dann der "Jadekönig" eine Anspielung auf Homosexualität? Ist "Verbrechen im Nichts" eine Anspielung auf den "Nicht-Fall"? Ist der Kelch des Schicksals ein Kelch des Schicksals? Ist das Netz der Lügen vielleicht ganz wörtlich zu nehmen? (Hab es nicht gelesen). Ist die Straße des Grauen(s)... Egal. Nur ein Gedanke.) Sachen wie Bob/Franklin umgehen das Jugenbuch dann fast komplett (bis auf Bobs Geschichte mit seiner Freundin) und gehen gleich in Richtung Psychothriller. Erlhoffs Straße geht gleich in Richtung Tarantino oder Roadmovie für Erwachsene und Toteninsel versteigt sich in Richtung James Bond. Nur um aufzuzeigen, dass nicht alles aus meiner Sicht kritikwürdige direkt ein Ausflug ins Jugendbuch sein muss. Andererseits sieht man wohl: Man muss gar nicht mit dem Kern der Serie Argumentieren, man kann es auch Motivalternationen nennen, wie in der hier einsehbaren Masterarbeit. Oder man nennt es ein Verlassen des Genres. Ob das aus Absicht, aus Unkenntnis oder aus Provokation geschieht, ist eine andere Frage. Fakt sollte aber sein, dass diese neuen "Ideen" sich nur dadurch so "interessant" machen, dass man sie im falschen Kontext anwendet. 75) PerryClifton © schrieb am 23.07.2021 um 19:22:35 zur Folge und der Jadekönig: Um das nochmal für die ganz harten Fälle auszubuchstabieren: Ja, in JUGENDbüchern kann man dann Sexualität thematisieren und auch Homosexualität. Okay? ![]() 74) PerryClifton © schrieb am 23.07.2021 um 19:03:16 zur Folge und der Jadekönig: @Micro Von dem inhaltlich klar auf Kinder ausgerichteten Konzept mal ganz abgesehen: Altersempfehlung 10-13 Jahre. Kinderbuch. End of story Was da in Sachen Liebe geht, hat mit Sexualität (noch) nichts zu tun und das ist auch gut so. Soll ich den Spieß wirklich umdrehen und fragen, wie man drauf sein muss, um das ändern zu wollen?Zurück zum Buch: Natürlich schlägt Marx hier nicht extrem über die Stränge. Das Thema hatten wir schon. Deswegen ist das Buch aber nicht vor jeglicher Kritik gefeit und auch das Thema Homosexualität kann ein Teil dieser Kritik sein, egal wie lange man Opferhaltung, Diskriminierung, falsche Unterstellungen oder andere Totschlagargumente vorschiebt. Wir sind soweit, dass man in Kinderbüchern niemanden mehr dick nennen darf, aber das Kinder unbedingt mit Homosexualität konfrontiert werden müssen. Ob dir oder anderen das nun passt oder nicht, es ist völlig in Ordnung der Meinung zu sein, dass da allmählich was schief läuft. 73) Micro © schrieb am 23.07.2021 um 18:47:20 zur Folge und der Jadekönig: @66 Nö, lasse ich nicht stecken. Justus, Peter, Bob, Tim, Karl, Klößchen, Gaby, Julian, Dick, Anne und George - alles fiktive Detektive/Abenteurer im besten Alter für die ersten Erfahrungen in Sachen Liebe. Die drei ??? sind mit ihren 16/17 Jahren noch am nächsten dran und da ist es nur realistisch und sogar wünschenswert, dass sexuelle Inhalte auch mal thematisiert und nicht komplett ausgeblendet werden. Die Wahrheit ist doch, du willst einfach nur einen schnörkellosen spannenden Fall lesen ohne was Drumherum. Fakt ist aber auch, dass eine solche Geschichte dann auch von jedem anderen Jugendlichen erlebt werden könnte. Die sexuelle Orientierung ist Teil eines jeden Charakters und gehört nun mal dazu. Ich bin insofern bei dir, dass es immer einen Rahmen geben sollte, es ist und bleibt ein Jugendbuch, Kapitel darüber wie Peter und Kelly miteinander schlafen halte auch ich für ziemlich unangebracht. Deine strikte Ablehnung resultiert wahrscheinlich vordergründig daraus, dass es in der Vergangenheit bereits einige unpassende Einschübe was die sexuelle Ebene betrifft gab. Kein Grund, Marx von vornherein nicht die Chance einzuräumen, es besser zu machen. Und ganz ehrlich: Dieses Familiengeheimnis im Jadekönig tut niemandem weh. Wir hören weder detaillierte Ausführungen über homosexuelle Beziehungen, noch einen erhobenen Zeigefinger und auch keine klischeehaft auftretenden Figuren. Marx benutzt das Ganze nur als Auslöser einer Kette von Ereignissen, wo sonst der obligatorische Familienkrach (geheimer Schlüssel) steht. Nicht mehr, nicht weniger. Wo ist da bitte dein Problem? Ich erkenne da weder das Aufspringen auf einen Zug, noch - und das ist der Unterschied zu Minninger - das beabsichtigte Triggern der Fans. Tatsächlich wird das Fass erst dadurch so groß, dass du dich drüber aufregst. Wer eine glattgebügelte Welt hören will ohne Ecken und Kanten, dem rate ich zu Benjamin Blümchen. 72) PerryClifton © schrieb am 23.07.2021 um 18:44:14 zur Folge und der Jadekönig: *unsichtbaren Passagier 71) PerryClifton © schrieb am 23.07.2021 um 18:42:36 zur Folge und der Jadekönig: @Mihai "Hier stellt sich eben die Frage, wie weit man in Kinderbüchern grundsätzlich gehen darf..." Meiner Meinung nach: überhaupt nicht weit. Denn es geht in Kinderbüchern definitionsgemäß um ganz andere Sachen, bezogen auf eine (zu) junge Zielgruppe. Wenn es um etwas ältere "Kinder" geht, und man dann naturgemäß auch Sexualität thematisiert, nennt man das Jugendbücher. Da gibt es auch nichts "eng" zu sehen, es ist eigentlich recht nachvollziehbar, finde ich jedenfalls. Man kann natürlich in die Frage einsteigen, ob DDF jetzt Kinder- oder Jugendbücher sind. Meiner Meinung nach ganz eindeutig ersteres, selbst heute noch. Aber das Thema wäre woanders besser aufgehoben. "Wie ausgiebig wäre ein Seitensprung mit einer Frau hier diskutieren worden?" Von mir? SEHR ausgiebig Die Szene im blinden Passagier ist z.B. genauso drüber. Unterstellt man mir jetzt auch Heterofeindlichekit? *g*@70 Oder von generiertem Rummel für die eigene Seite (zu dem ich ja schön beigetragen habe... :-s ) 70) Max DoMania © schrieb am 23.07.2021 um 18:25:56 zur Folge und der Jadekönig: @61: An dieser Rezension merke ich wieder, dass es mir oft schwerfällt, Ironie von Ernstgemeintem zu unterscheiden... 69) Mihai Eftimin © schrieb am 23.07.2021 um 18:25:26 zur Folge und der Jadekönig: Und *diskutiert. Hrmpf. 68) Mihai Eftimin © schrieb am 23.07.2021 um 18:24:42 zur Folge und der Jadekönig: Zeile drei in #67 enthält ein Wort zuviel, aber ich verrate nicht, welches. ![]() | |||||||||
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