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Meuterei auf hoher See

Die Buchbeschreibung
 
Meuterei auf hoher SeeErzählt von: André Marx, August 1998, Kosmos-Verlag

Statt sich bei einem gemütlichen Segeltörn im pazifischen Ozean die Sonne auf den Bauch brennen zu lassen, geraten Justus, Peter und Bob, die jungen Detektive aus Rocky Beach, auf hoher See in eine Meuterei. Binnen Minuten gerät das Forschngsschiff "Wavedancer" in die Gewalt eines fanatischen Wissenschaftlers. Unter seinem Kommando steuert das Schiff in unbekannte Gewässer.


 
Auftretende Personen
 
Justus Jonas' Gehirn funktioniert in Ausnahmesituationen besonders gut, selbst er wenn fast 2000 Meter unter dem Meer ist.
Peter Shaw fährt einen MG (ohne Kofferraum). Er bezeichnet sich selbst als nicht sehr krisenfest. Peter ist Experte, wenn es darum geht, Schlösser zu knacken.
Bob Andrews fährt einen Käfer, welcher weder der neueste, noch der schnellste oder größte ist.
Tante Mathilda umsorgt Justus in diesem Fall besonders mütterlich, und anderen hat sie mit ihm eine Reiseapotheke zusammengestellt.
Mr. Bill Andrews, der Vater von Bob, verhilft den drei ??? zu einer Schiffsreise auf der "Wavedancer". Er wird in dieser Folge mit dem Vornamen "Mel" angeredet.
Carol Ford, eine Kollegin von Mr. Andrews, die fürs Fernsehen arbeitet. Von ihrem Sender bekommt sie den Auftrag, eine Dokumentation über die Forschungsreise der "Wavedancer" zu drehen. Sie ist etwa Anfang dreißig und hat schulterlanges blondes Haar. Von der Fahrt im U-Boot ist sie zunächst total begeistert...
Dr. Helprin, der Leiter der Expedition auf der "Wavedancer", bei der die Vulkantätigkeit und Tiefseequellen im Pazifik untersucht werden sollen. Er ist Meeresbiologie mit kurzem grauem Haar und hellen Augen. Professor Clark bringt er nicht gerade viel Sympathien entgegen.
Kapitän Jason kennt die drei Detektive aus dem Fall "Riff der Haie". Er hat aber die "Windrose" verkauft und sich in den Dienst von "Ocean Obs" gestellt, der Umwelt- und Forschngsorganisation, der die "Wavedancer" gehört. Auf diesem Schiff ist der braun gebrannte, bärtige Mann mit dem wettergegerbten Gesicht und der tiefen Stimme nun Kapitän. Er hätte sich diese Reise auch anders vorgestellt.
Professor Clark ist wie Dr. Helprin Meeresbiologe, allerdings beschäftigt er sich bevorzugt mit der Kryptozoologie. Er ist klein und dünn. Zur Durchsetzung seiner Ziele greift er zu nicht ganz legalen Mitteln.
Mr. Enrique Serra gehört wie fast alle Personen dieses Abenteuers zur Crew der "Wavedancer". Er erklärt alle schiffseigenen Geräte und hilft bei der Installation, ist für den Maschinenraum zuständig und kann hervorragend kochen. Er hat eine Tante Gabriele, welche aus Europa stammt.
Mr. Evans wirkt etwas mürrisch. Er ist eine zunächst recht unauffällige Person, die zumeist auf der Brücke arbeitet. Zum Schluß zeigt er sein wahres Gesicht.

 
Interessante Fakten
 
Es ist Sommer.
Onkel Titus besitzt lediglich seinen Pick-up als Vorbewegungsmittel.
Justus wohnt im ersten Stock im Jonasschen Haus.
Peters Eltern besitzen ein Auto.

 
Kommentar
 
Schlechte Nachrichten für Justus: aus dem geplanten Trip in die Berge wird nichts, weil Bob mit seinem (gelben, wie wir aus der "Musik des Teufels" erfahren dürfen) Käfer in einen Unfall verwickelt wurde. Zum Glück ist er nicht schwer verletzt, und Mr. Andrews hat auch direkt eine Ersatzreise bei der Hand: Die drei ??? dürfen mit an Bord der Wavedancer", ein Forschungsschiff unter der Leitung des wohlbekannten Käpt'n Jason. Gleich zu Beginn wird uns also wieder einmal ein alter Bekannter präsentiert, und die Befürchtungen stehen nicht schlecht, daß wir uns auf eine ähnliche Irrfahrt einzustellen haben, wie damals bei der Ermittlung am "Riff der Haie". Diesmal geht es um Untersuchungen über Vulkanaktivitäten am Meeresgrund, und neben Bob, Peter und Just sind mit von der Partie:

Carol Ford, eine Fernseh-Journalistin mit Ambitionen, Dr. Helprin, der mürrische Leiter der Expedition, Prof. Clark, ein ehrgeiziger Wissenschaftler, Enrique Serra, Maschinentechniker und Koch, sowie der muffige Evans, dessen Funktion darin besteht, die Nachtwache zu übernehmen. Daß er für diesen Job wichtig ist, stellt sich schon in der ersten Nacht heraus, als Peter von einem Unbekannten über Bord geworfen wird. Evans rettet ihn, und wir sind mitten im Film. Als dann auch noch eine Meuterei ausbricht, bei der Seebär Jason des Kommandos enthoben wird, wird es kritisch. Clark übernimmt das Kommando und führt die "Wavedancer" auf eine andere, ungeplante Expedition. Schon bald finden die drei Buben heraus, um was es sich handelt, und zum Schluß nimmt das ganze noch einmal eine fast tödlich bedrohliche Wendung...

André Marx liefert mit "Meuterei" ein Buch ab, das, strenggenommen, gar keinen echten Fall beschreibt. Klar, die drei ??? müssen hin und wieder mal etwas ermitteln (so z. B., wohin die Reise denn nun nach der Meuterei geht - große Bullaugen müssen die da auf dem Schiff haben...), aber hauptsächlich sind sie Zuschauer. Niemand muß entlarvt werden, alles geschieht von ganz allein. Zwar bleibt bis zum Schluß unklar, wer das U-Boot sabotiert hat, aber dann gibt sich der Missetäter quasi selbst zu erkennen. Trotzdem kann man das Ganze gut lesen, weil die Handlung immer wieder unvorhersehbare Wendungen nimmt. Dank Justs Ermahnungen traut man eigentlich keinem Crewmitglied so recht über den Weg, inklusive des Käpt'ns, obwohl der ja dank alter und guter Bekanntschaft per se aus dem Kreis der Verdächtigen ausscheiden sollte. Überhaupt ist Jason gut in die Handlung eingebaut, konsequent und von Anfang an. Das lasse ich mir gefallen, und André Marx scheint den Weg hier gefunden zu haben, der zu beschreiten ist, wenn man alte Bekannte wieder in die Bücher einbinden will.

Soviel zur Habenseite. Andererseits macht Marx es sich ziemlich leicht. Er bedient sich bei "The Abyss" und "Das Boot", und kleistert einen Katastrophenfilm zusammen, den die Welt eigentlich nicht braucht. Dazu kommen seitenlange Abhandlungen über Meeresbiologie und Saurierkunde, die eigentlich keinen interessieren (ja, ja, natürlich doch die 10-12jährigen, die ja das Stammpublikum und die größte Käuferschaft ausmachen, aber mich eben nicht, und ich glaube, mit 25 ist so ziemlich jeder über die Faszination der Saurier erhaben). Besonders das Finale ist kitschig und übertrieben (wie halt auch bei "The Abyss"), und was mich am meisten genervt hat, ist, daß Justus hinterher seine eigene
"Der-Zweck-heiligt-nicht-die-Mittel-Gesinnung" im wahrsten Sinne des Wortes über Bord wirft.

Ein durchgeknallter Wissenschaftler erreicht es, die komplette Crew auf seine Seite zu ziehen. Diese Einstellung der drei ??? hatten wir schonmal beim "unheimlichen Drachen", und da war sie auch nicht besser. Insofern hat das ganze eine etwas zweifelhafte Moral, die allerdings nicht so stark auffällt, weil es ja auch einen "echten" Schurken gibt, der sogar skrupellos Menschenleben riskiert, um seine Pläne zu verfolgen, auch wenn dieser Handlungsstrang so erscheint, als wäre er erst nachträglich in die Geschichte eingebaut worden, als Marx sah, daß es die Urviech-Suche alleine nicht reißen konnte.

Alles in Allem ist "Meuterei" für mich das schlechteste der drei neuen Bücher. Es hat zwar (zumindest beim ersten Lesen) einen nicht zu unterschätzenden Unterhaltungswert, ich hab mich schon amüsiert, aber für ein echtes Lob reicht es dann eben doch nicht.

Von Christopn Bohm - weitere Kommentare zu dieser Folge

 
Der Auftraggeber dieses Falles
 
Einen Auftraggeber gibt es in diesem Fall nicht. Die drei Detektive werden unweigerlich in die Geschehnisse an Bord der "Wavedancer" hineingezogen. 

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