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rocky-beach.com

Welche Nebenfiguren der Klassiker-Ära haben die deutschen Autoren zu stark verändert?

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58) Boomtown © schrieb am 01.05.2016 um 16:36:28: @57 Wollte jetzt auch nicht schon wieder ein Fass deswegen aufmachen, denn genau, eigentlich ist es total egal. Rocky Beach ist fiktiv. Besonders haarsträubend finde ich aber, wie man z.B. im ???-Wiki mit falschen Übersetzungen und Herleitungen versucht den Zusammenhang zum realen Ort Topanga herzustellen und der nun seit einigen Jahren immer wieder synonym durchs Netz geistert. Fakt ist aber einfach, dass es an diesem Küstenabschnitt zwar ungewöhnlich felsige und steinige Strände gibt, die zur Namensgebung beigetragen haben dürften, aber kein Städtchen, dass auch nur im entferntesten auf die Beschreibung Rocky Beachs zutreffen würde.
Das macht die Frage nach der Authentizität nicht leichter. Ich vermute, Arthur hat sich, wie bei vielem anderen, auch bei der Darstellung einer Westküsten-Kleinstadt an Hitchcock und den üblichen Hollywood Konventionen orientiert. Da saß er ja an der Quelle und etwa ein Bodega Bay könnte bei einer Verfilmung 1:1 als Rocky Beach durchgehen.
57) Arbogast © schrieb am 01.05.2016 um 13:16:07: Ob das allein ausreicht, um Topanga als Quelle der Inspiration zu verwerfen, würde ich mal in Frage stellen. Letztlich ist es aber auch wurscht, denn mir ging es ja um das authentische Lebensgefühl eines Kindes in einer Kleinstadt an der Ostküste, nahe LA. Da spielt es doch keine Rolle, ob das jeweilige Kaff Arthur als Vorbild diente oder nicht, sondern nur ob er die Lebensbedingungen und die Atmosphäre einigermaßen präzise getroffen hat.

56) Boomtown © schrieb am 01.05.2016 um 00:03:13: @55 Streichen wir doch einfach Topanga. Das alleine passt ja nicht mal geografisch.

Verstehe schon, wie du das mit der E-Mail-Lawine meinst, aber wen man das heute liest, wirkt das in Zeiten von Sozialen Netzwerken bereits nach kurzer Zeit total eingestaubt. Klar, wenn man konkret Snapchat oder Instagram erwähnen würde, wäre das auch keine Lösung. Ist halt schwierig in so schnelllebigen Zeiten zeitlos zu sein. Eine Verjüngung wäre auf jeden Fall schon mal hilfreich.

Arthurs 60er vielleicht nicht aber die ??? als eine Art Coming-of-Age-Serie, die in Ardens 80ern spielt, also unmittelbar vor den Crimbusters wieder ansetzt, hätte sicher Potential, wenn wir noch von dem Szenraio ausgehen, dass man nach der Ära Rohrbeck & Co den beträchtlichen Anteil der Altfans bei der Stange halten will. Die wären ja genau im passenden Alter. Und man könnte aus dem Vollen Schöpfen: P&K, Morton, Skinny, Telefonlawienen und Schrottplatz-Gimmicks ohne Ende. Voraussetzungen hierfür wären auch wieder passende Autoren mit Fingerspitzengefühl und vielleicht einfach eine geringere Taktung neuer Folgen, damit sich gute Ideen entfalten können. Ich finde einfach, die gesamte Grundkonstellation von drei Freunden, die autonom von der Erwachsenenwelt in einem versteckten Campinganhänger auf einem Schrottplatz Detektive spielen, ist eine Jungsphantasie aus jener Epoche und nicht von heute.
55) Arbogast © schrieb am 30.04.2016 um 23:16:40: @Boomtown Okay, streichen wir das "Beach"! Danke für den Hinweis.

Was die Technik angeht, da hängt ja auch alles irgendwie am Alter. Ich plädiere für eine Rückbesinnung auf die gute alte Zeit, als noch keine Zeitgeistspielereien im Vordergrund standen. Aber unter der Voraussetzung, dass die drei ??? wieder jünger wären. Drei vorpubertäre Kleinstadt-Jungs müssen nicht zwanghaft ihr Handy oder ihren Social Media Account checken. Man könnte den jeweiligen Stand der Technik also gut und stimmig im Hintergrund belassen. Bei 16-17jährigen gibt's da in der Tat ein Glaubwürdigkeitsproblem...
Die E-Mail-Lawine habe ich übrigens als ziemlich unaufgeregte Fortentwicklung der Telefon-Lawine im Gedächtnis. Die habe ich nun gerade nicht als plumpe Masche nach Art der Folgen, die gewisse Zeitgeist-Phänomene bereits im Titel tragen, empfunden, sondern als legitimen Versuch, klassische Elemente behutsam mit der Zeit gehen zu lassen, ohne sie jedoch unnötig zu überhöhen.
Und die drei ??? für immer in der Arthur-Welt der 60'er? Das mag die Nostalgiker befriedigen, wäre aber letztlich wohl nur das andere Extrem, spiegelbildlich zur heutigen KOSMOS-Politik, fürchte ich. Mit der Vorgabe durch Arthur, Arden und Carey ließe sich auch das nach meinem Dafürhalten nicht überein bringen. Denn die waren durchaus nicht blind für die jeweilige Gegenwart. Und wären es ganz sicher auch heute nicht.
Es muss einen Mittelweg geben.
54) Boomtown © schrieb am 30.04.2016 um 22:37:04: Interessante Beiträge hier. Ist, was die Autorenfrage angeht, ja gar nicht so weit von meinem Vorschlag neue US-Autoren einzusetzen entfernt. Sehe es jedenfalls genauso, dass man nicht voll auf recht unerfahrenen Autoren mit Fanbezug hätte setzten sollen, nur weil das bei Marx geklappt hatte. Und der fehlende US-Bezug hat sich schon sehr häufig bemerkbar gemacht. Selbst wenn Arthur hier ein Ostküstennest nach Kalifornien verlegt haben sollte, ist das immer noch authentischer als Ditterts Lindner Hotel aus Frankfurt a.M. Aber Arthur hat ja unmittelbar vor der Erfindung der Serie mehrere Jahre dort gelebt und gearbeitet und Carey den Großteil ihres Lebens. Das passte also schon. Und btw, die Kinder aus Topanga Beach gibt es nicht. Da ist kein Ort. Würde gerne mal wissen, wer irgendwann mal mit diesem Topanga-Quatsch angefangen hat.

Zum Zeitgeist: Falls Neustart, dann bitte konsequent Gegenwart ODER retro ins Prä-Internetzeitalter. Gerade so eine reformiertes Element wie die E-Mail Lawine ist doch schon ein paar Jahre später weniger zeitlos, als es das Original je sein könnte. Entweder nimmt man Apps, Smarthphones, Social Media etc. als Alltagsgegenstände von Teenagern ernst, oder man lässt sie weg. Mit angezogener Handbremse wie momentan und dann ab und an mal eine komplette Folge zu dem Thema, wirkt einfach künstlich.
53) Arbogast © schrieb am 30.04.2016 um 20:56:47: Okay, dieser Kontext war mir nicht ersichtlich. So betrachtet, erscheint die Kritik in einem anderen Licht.
52) PerryClifton © schrieb am 29.04.2016 um 22:51:43: Sonnleitner wird hier schon seit Jahren ausdauernd kritisiert, Kari Erlhoff hat für die etwas aus dem Ruder gelaufenen Experimente ebenfalls genug Schelte eingesteckt. Nevis hat aus dem Todesflug anscheinend das Richtige gelernt. Minninger hat Auszeit bis Herbst. Die anderen halten sich die Waage zwischen Plus und Minus. Marx allerdings wurde so oft jeglicher Kritik enthoben, weil er andererseits auch viel Gutes zu bieten hatte, dass man ruhig auch mal seine Werke etwas kritischer unter die Lupe nehmen kann, finde ich. Zumal ein Lob, wo es angebracht ist, keineswegs ausgespart wird. Spur des Spielers bspw. ist weiterhin ein Lichtblick in weiter Finsternis.
51) Arbogast © schrieb am 29.04.2016 um 22:24:11: Am Thema Marx scheiden sich auch weiterhin unsere Geister.
Übrigens gar nicht mal so sehr in der Sache, vermute ich. Man könnte sicher im einzelnen darüber diskutieren. Aber es erscheint mir so bizarr, dass ausgerechnet Marx so oft genannt wird, wenn es um die Autoren-Misere bei den drei ??? geht, und nicht zuvorderst einer der anderen, die es mit ihren teils hingeschluderten, teils absolut trashigen (Mach-) Werken viel eher verdient hätten. (So jedenfalls meine persönliche und subjektive Meinung.) Natürlich ist das ein legitimer Standpunkt, aber ich kann es einfach nicht nachvollziehen, denn auch wenn Marx ganz gewiss nicht unangreifbar ist: Er wäre mit Sicherheit nicht der erste, der mir einfiele, wenn ich darüber nachdächte, wen ich zwecks innerer Einkehr und Erbittens eines göttlichen Inspirationsfunkens ins Kloster schicken würde.
Aber vielleicht verstehe ich Dich auch einfach nur falsch und Du findest die von mir angesprochenen Autoren eh bar jeder Diskussion und beschränkst Dich darum gleich auf einen der wenigen wirklich ernstzunehmenden unter den ???-Autoren.
50) PerryClifton © schrieb am 29.04.2016 um 19:42:17: Ja, die Recherche für das WAS und das Erzähltalent für das WIE. Da ich denke, dass man Recherche immer aufstocken und nachbessern kann, sehe ich den größeren Bedarf momentan halt bei neuen Erzähltalenten. Möglichst nicht aus der Fanbase und gerne auch in gehobenerem Alter, mit professioneller Erfahrung.
Da Marx ja immer wieder ins Spiel gebracht wird: Er hat definitiv die Qualitäten eines Autoren und hat insofern manchen, aber nicht allen, etwas voraus. Allerdings sollte er imo Bücher für Erwachsene schreiben, vielleicht Berliner Milieu-Krimis oder dergleichen. Denn meiner ganz persönlichen und subjektiven Meinung nach passt er nicht im geringsten zur Kinder- und Jugendliteratur. Er mag als Fan daraus hervorgegangen sein, aber er hat sich innerlich schon lange davon wegbewegt. Meine Ansicht, kann auch ganz falsch sein. Nur hätte ich deswegen lieber mal jemand anderen am Ruder. Aber wer fragt mich?
49) Arbogast © schrieb am 29.04.2016 um 19:32:20: Okay, ich verstehe, was Du meinst. Ich sehe das zwar eher als eine Frage der richtigen und guten Recherche, gepaart mit wirklicher erzählerischer Qualität, aber im Fazit stimme ich Dir zu.
An beidem mag derzeit Mangel bestehen.
Aber auch die Entscheidung, Quereinsteiger als Autoren zu beschäftigen anstatt etablierte Schriftsteller jenseits der Fan-Base darf natürlich in diesem Zusammenhang zur Diskussion gestellt werden. Es mag ausgewiesene Naturtalente geben, zu denen ich nach wie vor Marx zählen würde. In der Folge aber davon auszugehen, dass jeder Quereinsteiger ein Naturtalent ist, dürfte sich als fataler Rückschluss erwiesen haben.
48) PerryClifton © schrieb am 29.04.2016 um 19:18:38: Da hast du etwas zu kurz gegriffen mit der Auslegung. Es geht nicht darum, dass man jeden Ort persönlich besucht hat (auch wenn das natürlich sehr hilft), sondern darum, dass man prinzipiell von dem erzählt, was man selbst kennt. Man muss keine Autoverfolgungsjagd persönlich mitgemacht haben, aber man muss zumindest einen Führerschein besitzen. Es reicht auch nicht, nur Cobra 11 - die Autobahnpolizei zu gucken. Man muss auch keinen Boss eines Hollywood Studios persönlich kennen. Aber man sollte wenigstens in irgendeiner Weise mal was vom Filmgeschäft mitgekriegt haben, wenn man einen entsprechenden Fall schreibt. Und zwar mehr als jeder, der nur mal eine Doku auf N24 gesehen hat. So um den Dreh war es gemeint. Das zu Artifizielle und Konstruierte fällt immer sofort und negativ auf.
47) Arbogast © schrieb am 29.04.2016 um 18:41:34: Naja, ob die einzelnen Settings und Topoi ihm nun aus eigenem Erleben bekannt waren oder einfach gut recherchiert, sei mal dahin gestellt. Zumindest aber - und da gebe ich Dir recht - wird ihm die Gegend, in der die Geschichten spielten, bestens vertraut gewesen sein. Er musste die Atmosphäre nicht erst imitieren (mit dem Risiko, es völlig zu vergurken), er musste sie "nur" so exakt wie möglich wiedergeben.
Da haben es deutsche Autoren natürlich per se schwieriger. Unmöglich ist es aber nicht. Immerhin war auch Robert Arthur ein reines Ostküstengewächs und hat meines Wissens nur sehr kurze Zeit in Hollywood gelebt. Auf eigenem Erleben beruht seine Darstellung also wohl kaum. Und inwieweit er das Kleinstadtleben an der amerikanischen Westküste authentisch wiedergegeben hat, darüber können wir nur spekulieren. Vielleicht saßen die Kinder aus Topanga Beach damals vor ihren Büchern und dachten: Wat'n Quark!
Und war nicht M. V. Carey sogar Britin?

Aber davon ab: Vor den neuen Erzählern bräuchte man unbedingt zunächst einmal ein verlagsinternes Konzept, an dem dann auch nicht gerüttelt wird und dem sich alle zukünftigen Erzähler verpflichtet fühlen. Neue, unverbrauchte, kenntnisreiche sowie professionelle ErzählerInnen könnten der Reihe durchaus nicht schaden. Aber dazu bräuchte es die Einsicht, dass es etwas zu verbessern gibt. Und für den verdienten Recken Marx spendiert KOSMOS dann einen viermonatigen Aufenthalt in Santa Barbara, danach kehrt er dann als erfolgreich amerikanisierter Haupt-Autor zur Serie zurück.

(Wenn schon spinnen, dann richtig!)
46) PerryClifton © schrieb am 29.04.2016 um 18:08:28: Ist die Aufgabe der Autoren verdammt schwer? Ja. Wurde alles Mögliche schon verwendet? Nein. Und zwar, weil sich alle Autoren diese schwere Aufgabe oft viel zu leicht machen. Es werden immer Aus- und Umwege gesucht, um nicht mit einer neuen guten Idee aufwarten zu müssen. Diese sind zugegebenermaßen ziemlich rar. Aber wie oft wirkt ein Buch heutzutage wie stupide am Setzbaukasten von DDF-Elementen der Vergangenheit zusammengeworfen? Das ist für mich der wirkliche Grund, warum einem diese Kernelemente manchmal zum Hals heraus hängen. Man wird kalkuliert damit gefüttert, ohne neue Nährwerte. Die Themen sind an sich nämlich Gold wert, funktionierten schon immer und haben Kinder über Generationen in immer wieder neuer Form angesprochen. Warum ist Enid Blyton wohl so zeitlos erfolgreich? Bestimmt nicht, weil sie sich in jedem Buch komplett neu erfunden hat. Im Gegenteil wurden die selben Elemente bei ihr immer und immer wieder verwendet. Warum funktionierte das? Weil sie es jedesmal wieder NEU und GUT ERZÄHLT hat. Die Begeisterung beim Erzählen muss da sein, das eigene Temperament muss zu fühlen sein, der eigene Bezug zu dem was man Aufschreibt und warum der Autor das DIR, dem jugendliche Leser, erzählen will. Der Autor muss den Spaß an der Sache transportieren, nur dann ist der Leser begeistert. Bei unseren Autoren ist für meinen Geschmack meist nur das Herabblicken auf die Vergangenheit und der Drang, durch mechanische Modernisierung irgendiwe ein gutes Buch herbeizuzaubern spürbar. Deswegen würde ich auch gegen die Sherlock-Masche votieren, für mich ist das absolut tote Materie. Die alten Autoren beschrieben außerdem, was sie im wirklichen Leben kannten. Heutzutage wird in wildeste Fantasie-Szenarien abgetaucht, die nur äußerlich und nur selten der Realität ähneln. Jeder kann ins Kino gehen und sich die neueste Action oder das neueste Dramaelement herausschreiben, um es mit DDF zu verstricken. Arden aber z.B. lebte wirklich in Santa Barbara und wusste genau wovon er sprach, wenn er über Ranchen und mexikanische Einwanderer schrieb. Das war Teil seines Lebens, nicht der neueste Schrei im Kino oder Fernsehen. Und weil er ehrlich und aus seiner Sicht erzählt hat, bleibt das über Jahrzehnte effektiv und spürbar. Ein imitierter Klumpatsch aus "ging früher, geht auch heute" mit nichts Eigenverdautem sieht dann irgendwann auch genauso aus.
Deswegen: die Formalia der Seriengestaltung, Relaunch, Neo-Klassiker etc. ist alles komplett wurscht. Was man braucht, sind neue ERZÄHLER.
45) Zigi © schrieb am 29.04.2016 um 17:27:11: @44: Schon recht, die Geschichten bräuchten wieder ein Format für Klassiker, die man auch in 10 Jahren noch lesen kann. Das macht für mich mit den Reiz der ersten 30 Bücher aus-kann man heute noch lesen. Für mich liegt es an den neueren Werken, mir fehlt oft der letzte Pfiff, vielleicht das Unerklärliche. Das geheimnisvolle. Die schönsten Fälle sind für mich die, wo im Hinterkopf immer noch etwas Grusel mitläuft. Die reinen Krimis sind mir zu simpel. Da haben die Autoren schon was vor sich. Aber der Verlag verlangt wahrscheinlich massentaugliche Ware. Ich bin gespannt, wie sich die Serie entwickelt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass mit Nr. 200 Schluss ist. Solange es sich verkauft, wird verkauft. Und da geht die Qualität des Produktes manchmal etwas herunter. Und irgendwie kann ich mir gut vorstellen, dass man nach fast 200 Fällen als Autor schon Probleme hat, eine aufregende Story zu erfinden; alles war schonmal da... Zum soundso vielten Male irgendwelche Geheimbotschaften zu enträtseln, um einen Schatz oder was auch immer, zu finden, wurde ja selbst in den Klassikern schon mehrfach genutzt. Aber interessanter wird die Serie dadurch nicht. Die Autoren haben meiner Meinung nach jegliche für die Reihe möglichen Ideen durchgespielt-irgendwann kann nur noch das bereits benutzte Thema variiert werden. Aber bestimmt gibt es eine Möglichkeit, die Serie auf gutem Qualitätsstandard weiterzuführen. Wie weiter unten bereits bemerkt, hat mich der Ansatz der Serie Sherlock, die Abenteuer in die Gegenwart zu verlegen, interessiert. Als Kenner der Originale war ich skeptisch, Sherlock Holmes wurde ja alleine in Filmen oft genung "verheizt". Aber ich war positiv überrascht: Teilweise wird ein Originaltitel leicht verändert und eine an die Grundidee angelehnte Story erzählt, die aber neu und frisch erscheint; in der jeweiligen Folge werden aber auch geschickt Eindrücke aus den Originalen eingestreut, an die man sich als Kenner erinnert, z.B. Der Hund der Baskervilles. Die "Macher" der ??? müssen halt von "Dieses Jahr mal wieder 4 Folgen" zu "Dieses Jahr 4 Folgen, eine besser als die andere" kommen. Tja. Da hab ich viel geschrieben und finde doch keine richtige Lösung. Aber hier denken ja zum Glück viele mit, vielleicht inspiriert die eine oder andere Idee ja die Autoren.
44) Arbogast © schrieb am 29.04.2016 um 15:56:23: Korrigiert mich, wenn ich das völlig falsch sehe, aber im Grunde sind die drei ??? doch auch damals, gemessen am jeweiligen Erscheinungsjahr, auf der Höhe der Zeit gewesen. Insofern ist es sicherlich nicht abwegig, auch Dinge, die heute gängig sind, in den Handlungsrahmen zu integrieren. (Ich fand zum Beispiel die Fortentwicklung der Telefon- zu einer E-Mail-Lawine durchaus konsequent und konnte damals nur den Kopf schütteln über viele der Einwände, die es in der Leser- und Hörerschaft dazu gab.) Die drei ??? waren nie technik- oder zeitgeistfeindlich. Aber all das spielte immer nur eine bewusst und deutlich untergeordnete Rolle und wurde niemals in den Fokus gerückt. Die eigentlichen Geschichten wurden ja nicht aus Unvermögen, sondern ABSICHTLICH zeitlos gehalten. Das ist sicher auch einer der Gründe, warum die Geschichten auch heute noch so gut funktionieren. Und sie haben eine eigene innere Stringenz, weshalb, so meine Vermutung, von Jüngeren im Lese- oder Hörfluss eben nicht dauernd gefragt würde: Warum greifen die denn jetzt nicht zum Handy?
Wie so oft ist es keine Frage des Was, sondern eine des Wie.
Wie trage ich dem technischen Fortschritt Rechnung, ohne ihn zu sehr in den Vordergrund zu rücken?
Wie gestalte ich die Fälle, so dass sie auch in zehn, zwanzig Jahren voraussichtlich noch funktionieren werden?

Heute ist ja eher das Gegenteil zu sehen. Um sich bei einem jüngeren Publikum anzubiedern, wird das Dekor zeitgeisttypisch ausstaffiert, um eine Identifikationsebene herzustellen, die jedoch sehr kurzlebig und oberflächlich ist und den Kern der Reihe unter sich nahezu erstickt.

Eine echte Rückbesinnung, auch im Sinne einer neuen, an den Klassikern orientierten Serie käme allerdings ohne eine Absenkung des Alters auf das Ausgangsniveau wohl kaum aus, weil nur dadurch die Prämisse wieder stimmen würden. Man müsste also im Grunde so tun, als hätte es die Crimebusters und alles, was danach kam, niemals gegeben (oder müsste alles Nachfolgende mühsam anpassen).
Und damit wären wir dann bei einem herben Bruch der Serienkontinuität und insofern beinahe zwingend im Soap Opera-Milieu.
Wie man's also dreht und wendet: Das Bild ist schief. Und es gibt keine Möglichkeit, es wieder gerade zu kriegen, ohne dass dann alles andere schief erscheint.

Dies als kleiner, optimistischer Einklang zum Wochenende...

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