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Die Weiterentwicklung der Serie

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113) Choronzon © schrieb am 19.09.2014 um 23:01:27: @112 Ich denke eigentlich, dass ich die Unschuld vom "Grab" gezeigt habe und das eine Entwicklung dieser speziellen Art der Charaktervorführung sich entwickelt und mittlerweile ins Groteske gesteigert hat wie im "Namenlosen Gegner" oder in "Strasse". Dafür kann Marx nichts und ich meine auch, dass sowas von ihm nicht kommen wird. Skinny steht auf einem anderen Blatt, aber er ist zumindest jederzeit wieder rehabilitierbar, wozu ich den Autoren auch dringend raten würde, wenn er von seiner Sippschaft einfach wieder aufgenommen und zu seinen Privilegien zurückkehren würde. Was die Ehrenmitgliedschaft der drei betrifft, ist sie ähnlich wie der Rolls-Royce ein Fantasy-Element eines Jugendbuchs der Sixties. Das hatte sich ja schon alleine abgeschliffen in den Klassikern. Aber Hitfields tolle Offenbarung hätte selbst, wenn JJ sich nicht auf den Weg gemacht hätte, einen desaströsen Effekt auf ihn als Individuum gehabt und das hat Hitfiel dann zu verantworten. Marx hat das in seiner Jugend damals vielleciht übersehen oder bewusst ignoriert, diese Expostion ist ja auch noch ganz gut, aber Hitfield hätte das doch schlicht einfach für sich behalten oder er leidete an Senilität. Es kann sein, dass JJs Hanswurstereien im Buch nicht so prominent ist, das ist lange her, ich kenne in der Tat stärker das Hörspiel und da gibt Rohrbeck den JJ wirklich als hilflosen Horst. Das ist bei ihm ja oft so, gibt der Text ihm den kleinen Finger, haut er oft zuviel auf den Putz.
112) Arbogast © schrieb am 19.09.2014 um 22:34:52: @ Choronzon: Beziehst Du Deine Worte aufs Buch oder auf das Hörspiel?
Beim Buch zumindest kann ich mich nicht an Schadenfreude als Haltung hinter der Handlung erinnern. Und es ging auch nicht darum, den Großen Justus Jonas tumb durch den Dschungel tapsen zu lassen. Diese Beschreibungen passen so gar nicht zu dem Buch, das ich in Erinnerung habe. Das Hörspiel habe ich dagegen nicht mehr präsent. Mag ja sein, dass es dort so rüberkam. Viell. Auch dank des Rohrbeck'schen Overactings, das er gern zeigt in dieser Rolle. Aber da kann dann ja Marx nichts dafür.
Und was Hitfield angeht - ist das wirklich so viel unglaubwürdiger als ein Polizeihauptkommissar, der drei Kinder zu ehrenamtlichen Polizeimitarbeitern macht und die Menschen noch dazu ermutigt, sie bei ihrer Verbrecherjagd zu unterstützen?!
Und ein letzter Punkt: Selbst wenn Deine Einschätzung zu "Grab" unanfechtbar wäre, kann man Marx wohl kaum auch nur mitverantwortlich machen für ein Buch, das viele Jahre später von einer ganz anderen Autorin geschrieben wurde. Das ist völlig unverhältnismäßig, finde ich. Wenn man ihn kritisieren will, dann für seine eigenen Missetaten (z.B. Skinny Norris Niedergang), aber doch wohl nicht für die Werke anderer.
111) Choronzon © schrieb am 19.09.2014 um 17:33:45: Stört der Schluck Whiskey oder nicht? Mich stört er nicht, wenn es einen emotinalen Schock neutralisieren soll. Und wenn dann noch ein interessanter Fall folgt, ist das kein Thema. Aber stattdessen steht alles auf tönernen Füßen. Denn erstmal ist die Tatsache, dass Hitfield JJ diese Begegnung mit den "Eltern" überhaupt offenbart, schon komplett unverantwortlich. Einem lebenslangen Waisen zu stecken, dass sich irgendwo am Ar$&h der Welt die totgeglaubten Eltern befinden und ihn dann damit alleinzulassen, ist per se keine Großtat an freundschaftlichem Geschick. So den armen Tropf in ein Emo-Loch zu stürzen und zum Ausreißer in den Dschungel zu machen, hat für mich nicht viel mit den Fragezeichen zu tun. Eben weil es nur um die Schadenfreude geht, wie ein sonst überlegener Geist jetzt durchs Dickicht stolpert wie Kathleen Turner in 'Jagd auf den grünen Diamanten'. Hier ist die Geburtsstunde des willkürlichen Missbrauchs verortbar, beliebte Heldenfiguren durch den Wolf zu drehen, die ab jetzt möglich war. Eine der Hauptfiguren konnte gnadenlos ins Rampenlicht gezerrt und nach Belieben "analysiert" und so mit vermeintlichen, plötzlich ausbrechenden Neurosen oder Superfähigkeiten, wie die Bauchredekunst von Bob, ausgeschlachtet werden, ein etwaiger ausgearbeiteter Fall, eine toll gestrickte Intrige und auch nur etwas zum Kombinieren konnte man sich dann sparen, jetzt wird nämlich ein Fragezeichen geroastet. War das im "Grab" noch ganz niedlich und durch den Dschungel schön pittoresk, hat man in der "Strasse" einen (ersten) Endpunkt erreicht, wo JJ alle Qualitäten seines Charakters vergisst, um am Ende von Grey vorgeführt zu werden und dann wieder mit Reynolds einfach nach verübtem bewaffneten Raubüberfall, was in den USA eigentlich generell sehr hart bestraft wird, bei Kuchen und Kakao zu sitzen, zeigt das ganze lächerliche beliebige Elend, wozu diese Serie degeneriert ist, wo nichts mehr zusammenpasst.
110) Arbogast © schrieb am 19.09.2014 um 10:29:43: Ist mir auch gerade erst wieder eingefallen...
109) damphousse © schrieb am 19.09.2014 um 10:26:19: Caspar Carter hatte ich in der Tat nicht mehr auf dem Schirm. Und ja, im Grunde stimmen wir überein.
108) Arbogast © schrieb am 19.09.2014 um 09:54:19: Ach so, noch eine kurze Anmerkung zum Justus-Thema: Dass ich geschrieben habe, es schon immer so verstanden zu haben, dass seine Art nur eine Attitüde ist, hinter der sich auch große Unsicherheit verbirgt, soll nicht heißen, dass ich mir Folgen wünsche, in denen die Gründe dafür thematisiert werden. Dazu ist diese Reihe nicht der korrekte Rahmen.
Das einzige, was ich behaupte, ist, dass Momente der Unsicherheit bei dieser Figur AUS DIESEM GRUND keine so große Grenzüberschreitung sind, wie von vielen hier behauptet. Da er aber ja diese Fassade hat, dürfen es logischerweise nur MOMENTE der Unsicherheit sein, die ab und zu, GANZ SELTEN, aufblitzen, denn eine häufige Wiederholung wäre sonst eine Veränderung der Figur (da man dann ja die Fassade weglässt). Und ab diesem Punkt bin ich dann wieder bei allen anderen Kritikern.

Meines Wissens wird übrigens sogar der Grund für die Unsicherheit und den Aufbau der Fassade im Laufe der Klassiker mehrmals direkt oder indirekt erwähnt: sein Wirken bei den "kleinen Strolchen" als albernes Pummelchen, mit allem Drum und Dran, für das er sich schämt und dessen Schatten er los werden will.
107) Arbogast © schrieb am 19.09.2014 um 09:34:22: @ damphousse: Ich kann Dir - so, wie Du es schreibst - eigentlich nur in allem voll zustimmen. In Einzelfällen mögen wir vielleicht, wenn es um konkrete Beispiele geht, unterschiedlich ausgeprägte Schmerzgrenzen haben, aber grundsätzlich kann ich mich in Deinen Worten wiederfinden. Beim "Leeren Grab" ging es allerdings wohl eher um die Tatsache, dass Justus' Vergangenheit thematisiert und zum Teil auch seine emotionale Reaktion dargestellt wurde, die - wenn überhaupt - von einzelnen hier kritisiert wurde, nicht der Schluck Whiskey.
Letztlich glaube ich, dass wir uns hier alle zu ungefähr 99% darüber einig sind, dass extreme Abweichungen von der ursprünglichen Figuren- und Umgebungszeichnung unerwünscht sind. Einzelne Experimente sind verzeihlich, solange ein hoher qualitativer Anspruch erkennbar ist, sie die Figuren nicht dauerhaft (für die Zukunft) verändern und solche Erscheinungen quantitativ im Rahmen bleiben.
Was nun in einzelnen Experimenten gewagt werfen "darf", darüber gibt es dann allerdings unterschiedliche Ansichten. Für den einen ist der Whiskey okay, für den anderen ein No-go; der eine findet es interessant, wenn Justus' Rechtschaffenheit auf die Probe gestellt wird (wie im "Meisterdieb"), dem anderen geht es zu weit bzw. es stehen bei dieser Folge unterschiedliche Dinge im Fokus (Gewissensprüfung vs. Verknalltheitsdödeltum).
Auf den großen Verteidiger der Entwicklungen, für die angeblich Frau Erlhoff steht, warte ich allerdings noch... (Ist jetzt nicht auf Deine Zeilen bezogen, damphousse!)
Nochmal zur Schrulligkeit. Ich glaube, das ist keine Frage der Alltagserfahrung, sondern tatsächlich des Talents. Man muss nämlich höllisch aufpassen, dass es nicht ins Alberne abgleitet, wenn man sich daran versucht. Und Figuren wie Gulliver oder Mr. Barron waren ja alles andere als albern. Ich fürchte, in Deutschland besteht das Risiko, dass das gleichgesetzt würde.
Aber auch hier muss ich Marx ausnehmen und erinnere z.B. an seinen Caspar Carter aus "Die sieben Tore" (Buch), der fast schon ein Typ des alten Schlags war, wie ich finde. So etwas darf es gern mehr geben, sofern es gut gemacht ist und in die Geschichte passt.
106) damphousse © (damphousse@web.de) schrieb am 19.09.2014 um 08:37:18: @98 Arbogast: Zunächst Danke für deine nette Begrüßung. Du hast recht, Veränderungen sind notwendig und auch gut. Die Frage, die im Grund müßig ist zu stellen, ist, wären die Veränderungen für die Serie besser gewesen, wenn Robert Arthur noch länger die Möglichkeit gehabt hätte, die Fäden in der Hand zu halten? Er war ja nun als Erfinder auch eine Weile der gewünschte Koordinator, der über allem die Fäden zusammenhielt. Es sind ja letztendlich seine Erfindungen, die dann über die Jahre hinweg von immer mehr Menschen mit immer größerer Distanz zu ihm, aufgenommen und weitergesponnen wurden. Mittlerweile schreiben Menschen neue Bücher, die nicht einmal geboren waren, als Arthur starb. Das die eine andere Sozialisation, eine andere Kultur, Betrachtungsweise und damit auch Herangehensweise haben, ist nur logisch. Also ja, ich finde, die CB haben den eigentlichen Charakter der Serie verändert. Ab da standen Tür und Tor offen, für wesentliche Eingriffe. Bei deiner Aufzählung ist mir dann noch mal bewusst geworden, wo der Cut war und was fehlt: All die von dir genannten Typen. Mag dem Zeitgeist geschuldet sein. Früher war ja alles noch mehr so hinter dem Vorhang verstecken, nur nicht auffallen, heute findet man an jeder Straßenecke einen Verrückten oder Durchgeknallten. Entweder es ist nichts Besonderes mehr oder aber man muss einfach dermaßen überzogen sein… Möglicherweise liegt es aber auch einfach daran, dass die Autoren heute einfach nicht mehr die Fähigkeiten besitzen, solche Charaktere zu zeichnen. Und es stimmt, mir fällt spontan auch kein wirklich ansatzweise nur mit den früheren schrulligen Typen messbarer Vergleich ein. Vielleicht ja auch deshalb dieser Hang dazu, alte Figuren wieder einzubinden. Ein wenig vom alten Glanz erhaschen. Hunchentoot trifft es für mich genau: Die Charakterisierung wurde in den Anfängen so offen gehalten, dass der eigenen Vorstellungskraft viel Raum gelassen wurde. Ob Justus da eine Schutzmaske aufsetzte oder nicht, darüber habe ich bisher noch nie ernsthaft nachgedacht. Das mag stimmen, sollte aber für die meisten Geschichten einfach irrelevant sein. In US-TV-Serien geschieht ja praktisch immer eine Vertiefung des Charakters der Darsteller, was häufig zu Überspitzungen und Extremen führt. Insbesondere in Comedy-Serien bis zur Unerträglichkeit ausgedehnt wird. Was aber in diesem Genre möglicherweise Sinn macht, ist im Jugendkrimisektor meiner Ansicht nach ein „DON’T“. Das Justus mal auf den Schreck einen Schluck Whiskey trinkt (Leere Grab) und seine Reaktion dazu, finde ich als absolut nicht als Tabubruch. Oder das er zwecks Ermittlung mal an einer Kippe zieht (Folge ist mir grad nicht präsent), auch das ist irgendwie in Eintracht mit seinem Charakter. Was ich aber nicht mag, wenn Superhirn Justus wie ein Vollhorst dargestellt wird. Das ist ein Tabubruch, er ist für mich unantastbar. Ich muss wohl auch sagen, dass ich nur noch die Hörspiele konsumiere und mir zunehmend die Interpretation von Oliver Rohrbeck nicht mehr gefällt. Denn zusätzlich zu den Veränderungen in den Büchern, nehmen sich die drei Sprecher auch immer mehr Freiraum in der Interpretation der Rollen. Außergewöhnliche Dinge müssen eben auch außergewöhnlich sein und nicht Regelfall werden. Und sie müssen stets einen tieferen Sinn und Zweck für die Geschichte ergeben. Und zwar nicht in dem unerträglichen Sinne, dass Bob als Bauchredner plötzlich daher kommt und dann genau in diesem Fall dadurch diese Fähigkeit einsetzen kann. Das ist einfach nur plump. Letztlich steht eigentlich bei DDF nur noch die Hülle, das Innenleben hat nur noch sehr wenig mit dem eigentlichen Ursprung zu tun. Von daher würde ich der Ausgangsfrage antworten, der Kernbestand wurde dermaßen ausgehöhlt und mit neuen Elementen, erst moderat, dann immer schneller, versehen, dass die Weiterentwicklung aus meiner Sicht nicht positiv ist.
105) Arbogast © schrieb am 18.09.2014 um 11:32:09: Das Gegenteil dessen war auch nie von mir unterstellt worden. Manchmal können Anmerkungen jedoch wie ein Aber wirken, obwohl sie eigentlich gar kein Aber sind; zumal wenn sie direkt oder indirekt im Kontext zu anderen Beiträgen stehen.
In diesem speziellen Fall ist es kein Aber. Nichts anderes als das wollte ich verdeutlichen (und in erster Linie an damphousse und andere interessierte LeserInnen, die vielleicht nicht jeden einzelnen Beitrag präsent haben).
Nicht mehr, nicht weniger.
104) Hunchentoot © schrieb am 18.09.2014 um 11:23:02: @Arbo Eine Bemerkung: Es ist durchaus nicht so, dass ich vielem in deinen Beiträgen nicht zustimmen würde und meine sind nicht prinzipell an dich gerichtet.
103) Hunchentoot © schrieb am 18.09.2014 um 11:21:04: Kleiner Hinweis noch, für jüngere Fans: Manche Bemerkung aus den Klassikern, die man heute unter die seelische Lupe nimmt, waren zur damaligen Zeit ganz harmlos und ohne große Konsequenzen gedacht. In der Zeit, als solche Bücher enstanden, gab es noch ein ganz anderes Menschenbild und man hat nicht mit umfangreichen Mitteln alles psychoanalysiert, was einem an Charakterdetails vorgesetzt wurde, schon gar nicht in Kinderbüchern. Dementsprechend haben die Autoren damals auch nicht in dem Umfang auf bestimmte Interpretationen hingearbeitet, wie es sich eventuell heute liest; in einer Zeit, wo ganze TV-Serie nur noch von der Dekonstruktion einer Persönlichkeit handeln und sehr erfolgreich sind. So seierig wie das klingen mag, aber die Zeiten waren früher ganz andere. Nur, um die Verhältnisse ins rechte Licht zu rücken. Ich persönlich kann immer nur wieder mit dem Kopf schütteln, wenn mit so sehr in der heutigen Zeit verhafteten Schemata durch 50 Jahre alte Bücher geharkt wird.
Aber letztens hab ich auch noch gelesen, dass der Erlkönig von sexuellem Missbrauch durch den eigenen Vater handeln soll, also hey
102) Arbogast © schrieb am 18.09.2014 um 11:18:30: Dies lockt mich wiederum zu der Anmerkung, dass ich die letzten beiden Anmerkungen durchaus nicht im Widerspruch zu meinen Anmerkungen sehe. Nur der Vollständigkeit halber und für den Fall, dass es auf den ersten Blick anders wirken mag.
101) Hunchentoot © schrieb am 18.09.2014 um 10:53:56: Die drei sind ja auch eine Ausgestaltung der Charaktereigenschaften eines "Superdetektivs" in dreifacher Ausfertigung. Der eine ist das Gehirn, der andere der anpackende Pragmatiker, der dritte der Rechercheur und Bücherwurm. Alle haben rudimentäre Charaktereigenschaften, die gerade dazu gedacht sind, die drei ganz bestimmten Grundtypen von Menschen zuzuordnen, aber nicht mehr. Sie sollen einer von zehntausenden sein, die genau so sind und durch die drei Varianten sorgt man dann dafür, dass jeder sich seinen Lieblingsdetektiv anhand dessen Grundeigenschaften aussuchen kann und ihn mit seiner eigenen Persönlichkeit 'auffüllen' kann. All das funktioniert natürlich nicht mehr, wenn man die drei zu ganz speziellen Personen mit komplexen psychologischen Konflikten macht, denn die hat nunmal nicht jeder, der generell genauso ist wie einer der drei Grundtypen. Wer dann doch Freud-Charaktere haben möchte, kann sie sich immer noch selbst vorstellen. Und wenn ich sehe, welche komplexen Verhaltensstörungen teilweise aus bestimmten Bemerkungen in den generell offenen Klassikern abgeleitet wurden, denke ich nicht, dass das für die Leser ein großes Problem darstellt
100) Hunchentoot © schrieb am 18.09.2014 um 10:39:56: Ich möchte dann nochmal anmerken, dass eine Interpretation von psychologischen Motiven hinter Justus' Charakter durch einen Leser durchaus zulässig ist, aber imo nicht durch einen Autor in direkter Form. Der Reiz liegt ja darin, dass man den Charakter auf bestimmte Art wahrnimmt, und dies ergibt bei jedem Leser ein anderes Bild. Möglich ist das nur, wenn man eine große Portion Offenheit in der Darstellung beim Schreiben lässt, so wie es bei J,P&B in den Büchern früher immer der Fall war. Dadurch kann sich jeder seinen eigenen Lieblings- bzw. Unsympathen-Justus vorstellen, was wohl auch das Ziel dieser offenen Darstellung ist und ein grundlegendes Stilmittel von Kinderbüchern ist. Wenn man nun also einen Charakter als Autor zu sehr nach seiner eigenen Lesart unzweideutig darstellt, schränkt man viele Leser in ihrer Fantasie ein, opfert ein Stilmittel der Kinder- und Jugendliteratur und bewegt sich mehr in Richtung Erwachsenenbücher. Wenn man dann noch dazu ein abgedroschenes Klischee aus der Psychologieküche für Erstsemester nimmt, bewegt man sich sogar eher in Richtung Groschenheft. Als Lesart für bestimmte Leser mag das sinnvoll sein, aber nicht als zwingende Vorgabe durch einen Autor, basierend auf dessen eigenen Vorstellungen. Ich will das jetzt nicht unbedingt egoistisch nennen, aber es ist zumindest kurzsichtig, nur seine eigene Lesart wahrzunehmen und sie allen anderen 'vorzuschreiben'.
99) Arbogast © schrieb am 18.09.2014 um 10:27:26: Kurze Ergänzung, um Missverständnisse zu vermeiden: Mein Hinweis, dass ich finde, die Unsicherheit sei schon von Beginn an in Justus' Charakter angelegt, soll ausdrücklich nicht heißen, dass ich es befürworte, wenn er jetzt in jeder zweiten Folge als tolpatschiger Dummdödel dargestellt wird. Es geht mir eigentlich nur um die vollständige Zeichnung seines Charakters.

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