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Faszinosum ??? Live-Shows

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9) Arbogast © schrieb am 09.04.2014 um 22:51:57: @7 Den "Titanic"-Vergleich finde ich interessant, aber ich kann mich Deiner Schlussfolgerung nicht anschließen.
Das eigentlich Interessante (oder sagen wir: das einzig Interessante) an dem Film ist doch die Tatsache, dass das Auge des Betrachters erstmals auf dem Schiff bleibt, während es untergeht. In allen Verfilmungen davor sah man den Untergang von einem der Rettungsboote aus. Und was eben das Beteiligtsein des Zuschauers anbelangt, so ist natürlich das Kino dem Fernsehen haushoch überlegen. Das Mitreißende ist hier selbstverständlich nicht das Was, sondern das Wie. Cameron lässt uns mit der Titanic untergehen. (Und man merkt dem Film mit seiner sehr konventionellen Handlung und Charakterzeichnung doch an, dass es Cameron einzig darum ging, den Untergang zu zeigen, alles andere war Anbiederung an den Massengeschmack, vermutlich aus rein ökonomischen Gründen.) Insofern halte ich wenigstens diesen Teil des Films für reines (und nebenbei: gut gemachtes) Kino. Im TV geht natürlich ein Großteil dessen verloren, und der "eigentliche" Plot tritt in den Vordergrund. Und da kann der Film freilich nur verlieren.
Ähnlich mag das bei den Live-Shows sein. Sie sind vermutlich nicht beliebig von einem Medium ins andere übertragbar, ohne dass dem Spektakel etwas Wesentliches verloren geht. Daraus nun zu schlussfolgern, dass alles letztlich nur Brimborium sein muss, halte ich nicht zwingend für folgerichtig - und im Sinne einer fruchtbaren Diskussion hier auch nicht für ganz fair. Ich frage mich eher: Worin liegt für andere der Reiz dieses Spektakels, das mich - schon allein in der Vorstellung - nicht einzufangen vermag und das sich per TV-Ausstrahlung vermutlich auch nicht übertragen oder nachempfinden lässt.

8) Hunchentoot © schrieb am 09.04.2014 um 22:29:11: Generell ist ein Qualitätstest eines Filmes für mich, wie oft ich ihn auf DVD gucke und nicht, wie er mir im Kino gefiel. Ich behalte nur Filme, die ich auch wieder gucken würde. Etliche, die ich weggegeben habe waren Filme, die im Kino toll aussahen, aber die mich schon beim zweiten mal gelangweilt haben. Und trotzdem bleiben dabei noch sehr viele Film übrig. Das Regal ist immer voll.
7) Hunchentoot © schrieb am 09.04.2014 um 22:17:22: @6 Ich finde das Titanic-Beispiel interessant. In den Film hat man mich damals ins Kino geschleppt, obwohl mich sowas überhaupt nicht anspricht. Dann habe ich ihn gesehen und die Umstände des Kinos (GROSSES Bild, LAUTE Geräusche) haben tatsächlich dafür gesorgt, dass ich mich wenigstens nicht gelangweilt habe. Ich hatte hinterher sogar den Eindruck, als ob der Film gar nicht so schlecht war. Etwas später hab ich den Film mit Freunden auf Video gucken müssen: totlangweilig, nicht im geringsten interessant und das nicht nur, weil ich ihn schon kannte. Soweit so gleich. Nur lautet MEINE Schlussfolgerung daraus: der Film an sich ist nicht gut und es sind nur die materiellen Umstände, die einen Eindruck schinden, der unberechtigterweise Großartiges vortäuscht. (Es geht jetzt nicht um eine Diskussion über Titanic, ist halt mein persönlciher Geschmack).
Ich mag es überhaupt nicht, wenn mir große Veranstaltungen emotional was vorgaukeln, was der eigentliche Inhalt nicht aufrechtzuerhalten vermag. Andere gehen genau deswegen ins Kino. Ich kann es nicht leiden. Was allerdings toll ist: wenn der "Geist" der Sache nicht vom Publikum oder von der Technik herrührt, sondern durch die Show erzeugt wird (oder dadurch, dass der Film auch auf kleinen Fernsehern noch gut ist). Dann kann ich bei der Veranstaltung das Live-Gefühl auch genießen (wohingegen ich das Publikums-Feeling nicht ausstehen kann) und dann merke ich auch hinterher noch, was an der Sache gut ist, auch ohne Event dazu, nur im TV. Man ist emotional einfach zu beeinflussbar in so einer überwältigenden Situation und verliert den objektiven Blick für das Tatsächliche.
6) swanpride © schrieb am 09.04.2014 um 22:00:01: Was im Fernsehen verloren geht ist viel mehr als nur das Gemeinschaftsgefühl.
Ich gehe zum Beispiel sehr gerne ins Ballett, Theater oder ins Musical. Aber wenn ich mir Aufnahmen von einer Vorstellung, die ich beim Selbst-Schauen großartig fand, anschaue, dann gefällt sie mir bestenfalls halb so gut und manchmal auch überhaupt nicht. Das hat so rein gar nichts mit dem Fangefühl zu tun (Ballettbesucher neigen nun wirklich nicht dazu, daraus ein Gemeinschaftserlebnis zu machen), und eine ganze Menge damit, dass Bühne und Fernsehen nun einmal zwei verschiedene Medien sind, die anders funktionieren. Was auf dem einem gut geht, passt bei dem anderen unter Umständen gar nicht.
Oder ein anderes Beispiel: Titanic. Habe ich mir zweimal im Kino angeschaut. Im Fernsehen...ich glaub einmal, mit halben Auge. Denn wenn man die Geschichte runterbricht, dann ist sie doch sehr simple. Es ist vor allem die Bildgewaltigkeit, die da so gut funktioniert hat. Das heißt nun aber nicht, dass ich den Film grundsätzlich schlecht finde oder mich ärgere, Geld für die Kinokarte ausgegeben zu haben. Ganz im Gegenteil, ich bin froh, dass ich mir das Spektakel zweimal so angesehen habe, wie man es sich anschauen sollte.
So ähnlich ist es auch bei den Life-Touren. Das heißt jetzt nicht, dass ich die Vorstellungen unbedingt gut finde. Die Wecker Tour hat für mich an vielen Stellen doch sehr gehakt, besonders die schlüpfrigen Witze fand ich sehr unpassend und unlustig. Und ich weiß, jetzt kommt wieder "Warum hast du dann nicht die Konsequenzen gezogen und bist trotzdem zu Phonophobia gegangen?" Aus denselben Grund, warum ich nicht aufgehört habe ins Kino zu gehen nachdem ich mir Vanilla Sky angetan habe. So wie nicht jeder Film gleich ist, so ist auch jede Tour anders. Und ich meine jetzt nicht nur eine anderer Inhalt, das Konzept ist jedes mal ein anderes.
5) Hunchentoot © schrieb am 09.04.2014 um 21:41:30: @4 Meine Auffassung davon geht in die gleiche Richtung. Das Phänomen an der ganzen Sache löst eine Art Massentrunkenheit aus, wie z.B. bei Fussball-Spielen (ich hab nix dagegen) oder auf den Pop-Konzerten, wo es mehr um Personenkult als um Musik geht. Der Rausch des Eintauchens in die große Gemeinschaft ist der eigentliche Reiz, der immer deutlich zutage tritt, wenn der Inhalt so marginal wird, dass man sich als "Nicht-Verzauberter" fragen muss, wo eigentlich das Interessante an der Sache sein soll. Deshalb wird eine TV-Aufzeichnung wahrscheinlich auch diesen Reiz nur ansatzweise wiedergeben können, wie ja schon vermutet wurde. Nur: kann man es wirklich noch Show nennen, oder passt der Begriff "Versammlung" oder "Feier" nicht viel eher? Ich finde, es ist ein großer Unterschied, ob man zu einer Show oder zu einer Party geht, wobei ich mir deutlich bewusst bin, dass für viele Leute beides nur gut ist, wenn es eins ist. Eine Riesen-Drei-???-Party interessiert mich jedoch nicht die Bohne, während eine gute Show mich durchaus fesseln kann. Deswegen verpasse ich auch nichts durch die Aufzeichnung, weil mein Interesse selbst mitten in der jubelnden Masse nur dem Inhalt gelten würde. Und wenn davon etwas auf dem Schirm gut rüberkommt, wäre erst das für mich ein Qualitätsmerkmal.
4) Besen-Wesen © schrieb am 09.04.2014 um 20:38:45: Ich vermute, dass die Massen auch jubeln würden, wenn die drei Hauptsprecher aus der Tageszeitung oder dem Telefonbuch vorlesen würden. Sicher nicht, wenn sie sich das alleine zuhause ansehen/hören, aber in diesem Rahmen - ganz sicher.
3) Hunchentoot © schrieb am 09.04.2014 um 20:29:47: *händereib*
Ok, ich werf mal eine provokante Frage in den Raum: Das Gemeinschaftsgefühl ist ein wesentlicher Faktor und daran ist auch nichts Verkehrtes. Aber: hat der Reiz dieses Gefühls mittlerweile größere Ausmaße angenommen als der von allem Restlichen? Bzw. wird durch dieses Gefühl alles verzeihbar, was ansonsten allein nicht überzeugen könnte? Ist der Inhalt nur noch Beiwerk?
2) DBecki © schrieb am 09.04.2014 um 20:27:17: Also, ich kann dazu nur sagen, mich faszinieren die Shows nicht, reizen mich nicht, ich war auf noch keiner und werde auch nie auf eine gehen. Hat auch seine Gründe.
1) Boomtown © schrieb am 09.04.2014 um 20:21:55: Als weiterführende Diskussion zum Phonophobia-Thema. Was macht die Live-Shows aus? Wie wichtig ist das Gemeinschaftsgefühl? Ist die Story eher zweitrangig? Was ist der Reiz der Shows, die so viele erwachsene Menschen motiviert hin zu gehen? Was ist gut, was könnte man verbessern, was ist verschlimmbessert worden?

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