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Drei ???-Themen die in kein bestehendes Forum passen oder auch das Sammelsurium

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3394) dino © schrieb am 14.05.2022 um 13:41:41: Der Film spielt in Rumänien, denn die drei ??? wurden als Praktikanten ans Filmset von Dracula Rises eingeladen.
3393) dino © schrieb am 14.05.2022 um 13:34:28: Leider gibt es keinen Kino-Thread mehr, daher hier: im neuen Kosmos-Katalog wird ein bisschen was zum neuen Film verraten. Er kommt Ende Januar 2023 in die Kinos. Die Besetzung der Detektive war ja schon bekannt, der Rest ist glaub ich neu: Florian Lukas spielt Onkel Titus, Tante Mathilda wird von Jördis Triebel verkörpert. Außerdem dabei: Mark Waschke als Mr. Shaw und Gudrun Landgrebe als "Gräfin".
3392) Lapathia © schrieb am 29.04.2022 um 16:25:06: Heute ist eine interessante Seite online gegangen: Vom 23. Sep bis zum 9. Okt 2022 bietet die Stadt Eutin verschiedene Veranstaltungen rund um Alfred Hitchcock. Filmklassiker, Lesungen, Theater, Musik uvm. Link: hitchcock-days de
3391) Mihai Eftimin © schrieb am 23.04.2022 um 19:43:40: Jo, jetzt haben wir wirklich alles abgesteckt, und weitere Detailfragen zu Einzelepisoden überlasse ich Cobra Libre. *g* Was mir zwar immer noch nicht aufgeht, ist, warum die Folgen von so vielen Leuten umso schlechter gefunden werden, je weiter sie zurückliegen (das zu äußern hätte mal damals im blauen Board einer wagen sollen ... :D), aber ich befürchte, die Frage bekommen wir zu zweit nicht geklärt ...
3390) PerryClifton © schrieb am 23.04.2022 um 19:31:58: DAS zumindest habe ich schon beim Lesen des ersten TKKG-Buches kapiert *g* Yo, ich finde, die Serie ist somit ganz gut abgesteckt und bei erneutem Aufkommen des Themas kann man gut auf die letzten Beiträge verweisen Mission accomplished.
3389) Mihai Eftimin © schrieb am 23.04.2022 um 19:26:58: Jokel ist im Buch ein kompletter Handlungsstrang gewidmet. Lohnt sich. *g*
Ich denke, ich begreife, worauf du hinauswillst - ja, es ist eine schleichende Entwicklung, die man durchaus gleichermaßen an den Büchern wie an den Hörspielen beobachten kann. Bei den Hörspielen merkt man, wie gesagt, einen ziemlichen Cut einfach durch den Stilwechsel (89 und 90 waren nicht mehr von Francis umgesetzt, stehen aber meiner Meinung nach durchaus noch in der Tradition ihrer Vorgänger, zumindest fühlen sie sich für mich noch nicht so andersartig an wie alles ab 91), aber rein inhaltlich verschiebt sich der Fokus eher durch fließende Übergänge. "Die Rache des Bombenlegers", das "Geiseldrama" und auch "Anschlag auf den Silberpfeil" sind Eckpunkte, die den Beginn dieser Entwicklung markieren, nach der es recht ruppig zugeht, und die zwischen den anderen Folgen in dem Bereich fast fehl am Platze wirken; die würden fast eher in die Ära passen, in der Mordversuche an fremden Staatschefs und ihrer Vertreter vereiteln, Terroristen zur Strecke gebracht ("Hinterhalt am Schwarzen Fels" ist quasi einfach "Geiseldrama reloaded") und Kriegsverbrecher gejagt werden. Heute würden sie wieder so wirken (wobei Folge 215 auch wieder eine gewisse Dimension annimmt). Anhand dieser Folgen konnte man da schon absehen, in welche Richtung das Ganze mal gehen würde. Es ist vielleicht nicht der einzige mögliche Weg, den die Reihe hätte bestreiten können, aber es ist an sich eine konsequente Entwicklung - welche Wolf natürlich selbst in der Hand hatte. Vermutlich ist es Filter-Francis zu verdanken, dass der Hörer ebendiese Entwicklung bis zu einem gewissen Zeitpunkt nur wenig wahrgenommen hat. Auch die Nummer mit "ich nehm jetzt mal fünf verschiedene Verbrechen und verschachtel das Ganze in einen Plot"-Nummer ist wesentlich älter, als man denkt, wenn man nur die Hörspiele kennt.
3388) PerryClifton © schrieb am 23.04.2022 um 18:50:38: *unterscheidet Der tat weh
3387) PerryClifton © schrieb am 23.04.2022 um 18:47:37: Okay, das klingt plausibel. (Ich hatte immer diese kurze, surreale Szene mit Jokel aus dem Hörspiel als eines der Highlights in puncto Durchgeknalltheit im Kopf, aber wenn das im Buch NOCH weiter ausufert...*g*)
Nur zur Sicherheit, ich spreche bei TKKG nicht von einem harten Cut, wie man ihn bei DDF zum Beispiel bei den Crimebusters ziehen könnte. Für mich sind die ersten 88 Folgen "eine Serie" und Schluss. Auch was die Qualität angeht wollte ich da nicht (zumindest bei den Hörspielen) auf einen Schnitt hinaus, wie einige ihn bei DDF ab 30 ziehen.
Ich sehe das Ganze mehr als verschiedene Erzählabschnitte, in denen sich der Fokus mehr oder weniger subtil verschoben hat. Zuerst gab es das Setting mit dem Internat, den allmächtigen Lehrern, den jungen TKKG mit einem Tarzan, der nur Judo konnte und sich nur gewehrt hat, mit dem nächtlichen Losziehen und mit den Fällen aus dem urdeutschen Alltagsleben. Dann wurde es schleichend größer und "heftiger", mit geiselnehmenden Terroristen, Bombenlegern, Spionen usw. Natürlich gab es immer noch Fälle im alten Stil dazwischen, aber die Tendenz ging woanders hin, bis man über Mafia und Heroin sowie wahnsinnigen Wissenschaftlern bei Killer-Robotern und Killerpflanzen gelandet ist. Der zweite Punkt ist der mit den wiederholten Klischees. Ab einem gewissen Punkt glich sich das teilweise ein bisschen zu sehr (vielleicht nur in den Hörspielen). Der dritte Punkt sind die Gangsterdialoge, die zwar noch im Aufkeimen waren, aus der Rückschau heraus doch bereits auffallen. Den Cut nach 88 setze ich unter anderem auch deshalb, weil die Hörspiele sich für mich danach plötzlich ganz anders "anfühlen". Vielleicht eine rein subjektive Kiste.
Dementsprechend formuliere ich mal um und sage, die Bücher bewegten sich anscheinend (als Vorlagen) inhaltlich in eine Richtung, die von den Hörspielen so erst später richtig mitgetragen wurde. Als Tendenz betrachtet und ausgehend von der eher klassischen Jugendserie, als die TKKG gestartet ist, hin zu der etwas flippigeren Variante, die es zunehmend wurde und die man am besten dadurch unterscheided, dass man sich einen Durchschnitts-Teenie in den jeweiligen Situationen vorstellt bzw. die Wahrscheinlichkeit, dass etwas so stattfinden würde.
3386) Mihai Eftimin © schrieb am 23.04.2022 um 18:14:48: Puh, also ich müsste mir mal wieder einige Bücher aus der späten Phase vornehmen, habe aber gerade "Hilflos in eisiger Nacht", "Angst auf der Autobahn", "Klassenfahrt zur Hexenburg" und "Das Geheimnis der Burgruine" im Buchform als recht gut in Erinnerung, und auch die Hörspiele dazu fand ich recht stabil (die Skripte hat er zu der Zeit ja schon selbst geschrieben). Was man aber sagen kann: In den Büchern nimmt der Trash ab einem gewissen Zeitpunkt zu, angefangen beim "Mörder aus dem Schauerwald" mit Norbert Jokel und seinem weltumspannenden Vernichtungsmittel (der Part hat es nicht detailliert ins Hörspiel geschafft, Francis sei Dank). "Spuk aus dem Jenseits" war aufgrund von Robogirl Valentina und des Mordversuchs auf den Vizepräsidenten der USA auch schon recht trashig, wobei ich das Buch ironischerweise im Großen und Ganzen sogar recht gut fand. Dann natürlich die "Killerpflanzen", die es nur als Hörspiel gibt, das Monster (Yokototi) aus dem See etc. Momentan bin ich stärker in Richtung 70er-Folgen (gemäß Hörspielnummerierung) unterwegs und kann den Büchern im Großen und Ganzen wenig Negatives ankreiden, jedenfalls nichts, was sich nicht schon in den ersten 20 Bänden abgezeichnet hätte. Bei den Hörspielen kickt natürlich der Stilwechsel ab Folge 91 ziemlich hart rein, da Wolf ab dem Zeitpunkt die Skripte selber geschrieben hat und die Hörspiele nicht mehr notwendigerweise auf einer Buchvorlage basierten.
Inhaltlich kommt natürlich dazu, dass zum einen TKKG in ihrem Denken und Handeln immer radikaler wurden und es einem dann auch stellenweise auf die Nerven gehen konnte. Dann die Wiederholungen. Und nicht selten schien Wolf der Meinung zu sein, er müsse noch eins draufsetzen. Was dafür oft fehlt, ist die heimelige Atmosphäre des Internats, die guten Charaktermomente, die schöne Atmo der Reisefolgen, wie es sie unter den ersten 100 sehr oft gab und danach fast gar nicht mehr, das Familiäre (wieviele Auftritte hatte z.B. Tims Mutter zwischen den Folgen 107 und 200? Richtig, gar keine) ... also alles, was die ersten 20 und auch noch viele danach ausgemacht hat.
Ob man die Spätphase jetzt zwingend schlechter findet, ist eine andere Baustelle (einige mögen die Folgen aus der Zeit ja ähnlich gerne wie die alten oder sogar noch lieber), aber sie ist merklich anders. Wobei ich das deutlichste Qualitätsgefälle eher zwischen den ersten 20 Folgen nach Wolfs Tod und den 20 danach sehe.
3385) PerryClifton © schrieb am 23.04.2022 um 17:39:50: Jawollja Bei den Büchern bist du ja wesentlich kenntnisreicher unterwegs als ich. Würdest du meinem Eindruck zustimmen, dass sowohl die Bücher als auch die Hörspiele mit der Zeit (innerhalb der ersten hundert Folgen) generell an Qualität nachließen, aber dass dies bei den Büchern wesentlich eher der Fall war, als bei den Hörspielen?
Worin wir beide uns wohl offensichtlich einig sind (der Mehrheitsmeinung aber genauso offensichtlich drastisch widersprechen) ist, dass Wolf das Serienuniversum in den ersten (ca.20?) Folgen mustergültig aufgebaut hat und dass dort auch die, rein technisch gesehen, besten Wolf-Folgen zu finden sind (im Gegensatz zu solchen, die man vielleicht aus rein persönlichen Gründen mehr mag). Die allgemeine Ansicht scheint jedoch zu sein, dass die Folgen schlechter bis unerträglicher sind, je weiter man zurückgeht. Ich würde allerdings sagen, TKKG, als das, was die Serie potenziell sein konnte, war in den ersten 20 gut angelegt und gut umgesetzt. Vielleicht ist Wolf auch ein bisschen selbst Schuld daran, dass es später immer weniger wurde, durch Story-Wiederholungen und inhaltliche Klischees. Kann man das deiner Meinung nach so sagen?
3384) Mihai Eftimin © schrieb am 23.04.2022 um 17:18:05: Und "nie seine Absicht war". I'm an excellent proofreader once I've hit Submit.
3383) Mihai Eftimin © schrieb am 23.04.2022 um 17:15:57: Küste. Genau. Meine natürlich Künste.
3382) Mihai Eftimin © schrieb am 23.04.2022 um 17:15:30: Jo, Tarzan/Tim feiert es sehr offensichtlich, wenn er mal die Gelegenheit bekommt, seine Judo/Karate/Kung-Fu-Küste anzuwenden, wobei er besonders in der frühen Ära in den allermeisten Fällen einen handfesten Grund dafür hat und den Grundsatz, diese Künste nur in Notwwhr anzuwenden, praktisch nie bricht. In späteren Folgen wird das anders, weshalb vermutlich zwischen den Folgen 180 und 200 die "Hyperkorrektur" erfolgte und man ihn stellenweise als Schwächling dargestellt hat. Von dieser extremen Gegendarstellung hat man sich zum Glück inzwischen wieder verabschiedet; mittlerweile greift man wieder eher auf den Typus Tarzan aus den Klassikern zurück, den ich auch für am vernünftigsten halte.
Der moralische Zeigefinger: Ja, auch hierbei sieht man, dass gewisse Grundsätze nicht unbedingt konsequent angewandt werden. Der Kontrast zeigt sich ja auch schon daran, dass Tarzan/Tim und Klößchen recht häufig gegen die Internatsordnung verstoßen, vor allem, indem sie regelmäßig türmen oder auch mal die Arbeitsstunde oder Mahlzeiten schwänzen (wobei auch das Internat selbst in der Hinsicht im Laufe der Serie immer lockerer wird). Da diese Abwägung von Regeln, Recht und Gerechtigkeit immer wieder Thema wird (siehe auch das Gespräch mit dem ach-so-untadeligen Hartholz in "Gefangen in der Schreckenskammer"), ergibt sich für mich schon ein relativ einheitliches Bild, was Wolf und seine Auffassungen betrifft; die Inkonsequenz bezüglich der Anwendung von moralischen Grundsätzen kann durchaus als literarisches Stilmittel gewertet werden, welches in den allermeisten Fällen auch recht gut funktioniert.
Typus Bösi McEvil bei Wolf: Ja, gerade wenn man sich mehrere Folgen hintereinander gönnt, egal in welcher Form, fällt schon auf, dass all diese Figuren gewisse Eigenschaften teilen. Hierbei muss ich aber explizit nochmal auf die Bücher verweisen, wo Wolf diesen auch persönliche Hintergründe verpasst, die sehr unterschiedlich ausfallen können und häufig sehr plausibel sind, was den Weg in die Kriminalität angeht (und damit durchaus zeigen, dass Wolf nie die Intention hatte zu behaupten, Bösewichte seien als solche auf die Welt gekommen). Diese fallen in den Hörspielen meistens aus Zeitgründen weg. Ein gewisses Muster lässt sich natürlich dennoch erkennen, wodurch diese Wahrnehmung von Stereotypen entsteht. Die Darstellung ist in der Tat oft satirisch, wenn auch durchaus nicht immer und manchmal wohl auch bedingt durch den Francis-Filter.
Ich zitiere ja immer mal wieder gern Thomas Magnum: "Klischees sind deshalb Klischees, weil sie entweder wahr sind, oder funktionieren." ;-) Auch Wolf selbst hat in Interviews ja schon die Frage aufgeworfen, ob manches Klischee (wohlgemerkt: Klischee != Vorurteil!) nicht vielleicht doch einfach wahr sein könnte. Es ist wohl den Rahmenbedingungen unserer Zeit geschuldet, dass man diese Frage kaum noch aufwerfen kann, ohne automatisch gewisse Fässer zu öffnen. Dazu passen aber die "sprechenden Namen" von Charakteren, welche Wolf laut eigener Aussage deshalb von Anfang an verwendet hat, damit sich möglichst keine reale Person darin wiedererkennt, was ziemlich klar darauf hindeutet, dass es nie seine Absicht wahr, irgendwen persönlich anzugreifen. Vom Satire-Faktor mal ganz zu schweigen.
Ich bin ja, was die Bücher angeht, etwas anders gestrickt als du und kann auch mit den stilistischen Schwächen leben. ;-) Gerade die chronologische Lektüre der ersten zwanzig Bände hat mir auch gut vor Augen geführt, wie Wolf seine Welt samt ihren Elementen peu--peu erschaffen hat. Man kann noch soviel Kritik an diesen und jenen Stellen üben, doch den Verdienst kann man ihm nicht absprechen.
3381) PerryClifton © schrieb am 23.04.2022 um 16:24:34: Sehr gut, Mihai. Das klingt alles plausibel. Ich würde nur noch ein paar Sachen hinzufügen, um einige Bereiche aufzugreifen, an denen Kritiker sich besonders oft stören. Es gibt tatsächlich eine handvoll Stellen, an denen Tarzan einfach eine dicke Lippe riskiert, weil jemand wie ein Täter aussieht, ihn dann karatetechnisch ausknockt und hinterher günstigerweise auch noch Recht hatte, weil der Autor es so eingerichtet hat (vielleicht 3 in den ersten 100?). Da macht Wolf es sich wirklich manchmal viel zu einfach. Es ist aber wiederum nicht so, dass das die ganze Zeit so wäre, wie oft dargestellt. Meistens sind die entsprechenden Typen vorher schon gewaltbereit und kriminell in Aktion. Also mal die Kirche im Dorf lassen; besonders in den frühen Folgen ist Tarzan ein Junge, der sich nur wehren muss/kann, sonst nichts.
Der moralische Zeigefinger ist wohl die größe Schwäche bei Wolf, ja. Er kontrastiert das aber häufig damit, dass die Figuren sich selbst nicht an ihre Grundsätze halten ;-) Ist das nun ein genialer Zug? (Kinder wollen "die Guten" sein, verstehen aber die Konseuqenz dahinter nicht so ganz... Immerhin war es bei Locke stellenweise schon relativ anders.) Oder war er selbst einfach von wechselhaften/sich widersprechenden Überzeugungen? Oder war das schon eine erwachsenere Botschaft der moralischen Grauzonen? Man weiß es nicht, aber in den meisten Fällen funktioniert es trotzdem ganz gut. Ein paar unrühmlichere Ausnahmen in den späteren Folgen der ersten hundert gibt es aber schon.
Dann die Satire. Wenn Wolf über einen schmuddeligen Typen mit schiefer Nase schreibt, der Leihmeier heißt, in "einem alten heruntergekommenen Haus" wohnt, bis mittags schläft und "nachts immer weg muss", dann ist das Satire pur. Heute würde man sagen, er macht sich über Hartzer lustig. Auf diese Art macht er es mit fast allem. Ein Klischee, an dem auch oft was dran ist, wenn es auch überzeichnet dargestellt wird (Satire). Manchmal wird er allerdings wirklich ziemlich einseitig damit, dann ist in vielen Folgen der gleiche Typus enthalten, mit immer den gleichen Eigenschaften. Das verliert dann eindeutig an Reiz und nervt manchmal wirklich ein bisschen. Ich weiß auch noch, in einer Folge sagt jemand "er wohnt in einem alten Haus" und Tim sagt ironisch "ja dann MUSS jemand ja ein Verbrecher sein". Ob das wohl Francis war, der den Kaffee auch ein bisschen auf hatte? ;-)
Ich kann TKKG ja am besten im Verbund mit den Hörspielumsetzungen von Francis genießen. Bei den Büchern wird es mir auch schnell zu viel und das sagte ich ja bereits öfter. Es ist nun aber nicht so, dass Wolf nicht den Grundstein für das Serienuniversum und die einzelnen Geschichten gesetzt hätte, und das rechne ich ihm stets an.
Ausdrücklich reden wir hier insgesamt aber von Schwächen im Stil und nicht von moralischen Verwerflichkeiten, gebrochenen Tabus und politisch unkorrekten "Anklagepunkten". Denn gegenüber diesen ist TKKG das reinste Gegengift und die Schwächen werden umso leichter verziehen *g* Zumal einige von Wolf dargestellte Sachen einfach wahr sind und dass manche das unbequem finden, sollte nicht den geringsten Einfluss darauf haben, ob man etwas so "sagen darf".
3380) Mihai Eftimin © schrieb am 23.04.2022 um 14:53:41: Hier mal ein paar Punkte, die man an den TKKG-Büchern und -Hörspielen WIRKLICH kritisieren könnte. Nicht jeder davon stößt mir sauer auf, aber zumindest kann ich diese ein Stück weit nachvollziehen:
- "Howcatchem"-Fälle statt "Whodunnit": In vielen TKKG-Folgen erfährt man schon relativ früh, wer der Täter ist, besonders ab Folge 90 bis ungefähr Folge 160 laut Hörspielnummerierung, mehrfach auch schon früher, in den Büchern schon ab Band 11, nahezu durchgängig. Damit können sich viele nicht anfreunden; bei Columbo ist das ähnlich, die erste Derrick-Staffel wurde aus diesem Grunde seinerzeit vom SPIEGEL verrissen. Hier muss man anführen, dass a) die ersten zehn Bücher noch astreine "Whodunnit"-Fälle fahren, wie es bei DDF die Regel ist, b) H.G. Francis enorme Arbeit geleistet hat, um ab Folge 11 den Stil der ersten zehn Folgen möglichst beizubehalten (was Stefan Wolf wohl nicht so knorke fand), und c) Wolfs Nachfolger wieder weitestgehend auf "Gangsterdialoge" verzichtet haben.
- Die Bücher betreffend: Schreibstil. Nicht jedem liegt Wolfs Art der Zeichensetzung; häufig setzt er Ausrufezeichen und Fragezeichen an Stellen, an denen ein Komma gelangt hätte, nur um stattdessen am Satzende einen Punkt zu setzen, wodurch sich die eine oder andere Stelle recht holprig liest. Mag nach einer Kleinigkeit klingen, ist aber eine starke Auffälligkeit, je mehr Bücher man liest - wobei sich auch das in einer eher späteren Phase entwickelt hat und in den frühen Bänden noch nicht so extrem war. Auch hier muss man den Hörspiele zugute halten, dass die Skripte wohl intuitiv so verfasst wurden, dass die Sprecher die Sätze entsprechend korrekt lesen.
- Moralischer Zeigefinger: Wohl eine der größten Schwächen. Wolf will gewisse moralische Werte vermitteln, übertreibt es aber insbesondere, wenn Menschen, die rauchen und/oder Alkohol trinken, pauschal verurteilt werden (zu letzterem Punkt: Lest mal "Ufos in Bad Finkenstein", da teilen sich Tarzan und Gaby einen Becher Glühwein und sind dementsprechend angeheitert!). Auch das kann man relativieren, da z.B. Klößchens Vater regelmäßig eine Zigarre raucht, und die Eltern der TKKG-Bande auch hin und wieder einen guten Wein oder Cognac konsumieren, doch das Prinzip ist im Großen und Ganzen klar. Das dürfte auch viel mit Wolfs persönlichen Ansichten dazu zusammenhängen.
- Versuch der Übernahme von zeitgemäßer Jugendsprache: Auch da stechen die Folgen Ü100 hervor, in denen übermäßig Anglizismen verwendet werden, unabhängig davon, wieviele tatsächlich in Gebrauch waren. Da sind die "Kids" dann mal mit ihren "bikes on the road"; gerne werden englische Begriffe auch phonetisch eingedeutscht, z.B. "Konnäktschn". Auch das war in den frühen Folgen noch nicht so extrem, was ich darauf zurückführen würde, dass Wolf dortmals noch jünger und damit näher an der Jugend war.
- "Hört man nie wieder von" - während das Lebensumfeld der drei ??? bis zu einem gewissen Zeitpunkt übersichtlich und konsequent dargestellt wird (mittlerweile trifft das ja auch nicht mehr zu, wie man am stetig wachsenden Rocky Beach sieht), so tauchen diverse Orte und Charaktere in einer TKKG-Folge auf, und dann nie wieder, egal wieviel Potential sie hätten, hin und wieder zumindest mal erwähnt zu werden. Das betrifft Freunde der TKKG-Bande, speziell Freundinnen von Gaby, aber auch Lehrer an der Internatsschule und Mitarbeiter von Kommissar Glockner. Immerhin versieht Wolf mit dem Running Gag der sich ständig umbenennenden Schülerzeitung der Sache eine gewisse Selbstironie (welche später von Martin Hofstetter aufgegriffen wird, indem er den Redakteur der Schülerzeitung, der für die ständige Umbenennung verantwortlich ist, "Stefan Wolf" nennt). Manche, doch nicht alle Inkonsequenzen lösen sich, wenn man gezielt die Bücher liest. (Hier kann man auch wieder Hofstetter gratulieren, der nicht nur neue, dauerhafte Charaktere wie Kommissar Schalavsky und Kommissarin Hübner etabliert hat, sondern auch Charaktere aus Klassikern wie Dr. Bienert regelmäßig wieder einbringt.)

Und wisst ihr was? Trotz dieser gerechtfertigten Kritikpunkte hab ich weiterhin Spaß an der Serie. Nur wird leider nichts davon in gewissen Artikeln genannt (vermutlich mangels Kenntnis der Serie); stattdessen werden immer nur die gleichen Halb- und Unwahrheiten rausgekramt, gerne auch ohne Bezug auf die gesellschaftlichen Verhältnisse der Entstehungszeit. Das wird meiner Meinung nach der Serie und ihrem Erschaffer nicht gerecht.

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