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Interviews

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1) Lapathia © schrieb am 23.08.2019 um 23:37:43: Stellvertretend fuer PerryClifton wird hiermit ein Thread fuer Interviews eroeffnet.
2) PerryClifton © schrieb am 24.08.2019 um 09:04:31: Bezug nehmend auf das Jens Wawrczeck Interview in der Frankfurter Rundschau, welches hier zu finden ist:

https://www.fr.de/ kultur/ tv-kino/ alfred- hitchcock- geradezu- frech-werktreue- anging-12905382.html

...nochmal eine Zusammenfassung der zugehörigen Diskussionsansätze aus dem Gästebuch (ab #39398):

Ich habe Jens' neuere Interviews als Lesevergnügen empfunden und hatte den Eindruck, dass das einige andere User hier auch so sehen. Mir fiel allerdings auf, dass Jens in letzter Zeit DDF nur noch als "Produkt" bezeichnet. Grundsätzlich finde ich diese Bezeichnung nicht schön, kann sie in Anbetracht der Serienentwicklung allerdings nachvollziehen. Ein anderer Gästebuchbenutzer mit variablem Namen empfand Jens' Äußerungen allerdings als "Beleidigung aller DDF Fans der ersten Stunde" und merkte an, dass Jens "ohne DDF...hochstens Autoverkäufer oder Grundschullehrer" wäre.
Später legte vermutlich der selbe Benutzer nach: "Fast alle Schauspieler haben ein nur karges und dazu noch unregelmaessiges Einkommen und wuerden sich nach einer lebenslangen Erfolgsrolle wie der des DDF-Peters alle Finger lecken. Jens dagegen teilt in so ziemlich jedem Interview mit, wie kuenstlerisch eingeengt er sich fuehle. Ohne DDF koennte er sich sein interessantes Leben in mehreren Grossstaedten auf dem halben Globus vermutlich nicht leisten. Distanz zu seiner Rolle in einer Hoerspielreihe, die sicher nicht zur grossen Kunst zaehlt, ist ja in Ordnung. Aber mir persoenlich ist das in Jens-Interviews eine Spur zu viel Gejammer."
Zudem sprach er/sie einen zweiten Punkt an: "Zudem stoert mich, wie kritiklos ueber Hitchcock gesprochen wird. Bei aller unbestrittenen Koennerschaft - Frauen wie z. B. Tippi Hedren gegenueber war Hitchcock ein Scheusal. Ihrer Karriere hat er, als sie nicht wollte wie er, massiv geschadet."

Ein Beitrag von Boomtown, der Geschwindigkeit wegen einfach kopiert:

Jens sagt doch deutlich, dass ihm DDF Türen geöffnet haben und er dafür dankbar ist. Gejammer höre ich da nicht. Dass er gleichzeitig auf explizite Nachfrage hin beklagt, dass er oft auf die eine Rolle reduziert wird, die einen sehr geringen Teil seiner Arbeit ausmascht, ist doch legitim, ehrlich und halt auch total verständlich. Er hat das Fass ja nicht mal von sich aus aufgemacht. Ich glaube auch nicht, dass er mit den ??? jährlich zig Millionen scheffelt, die ihm diesen Lifestyle ermöglichen und für die er jetzt ewige Dankbarkeit heucheln müsste. Niki Nowotny hat bei TKKG früher einen Fuffi und zuletzt 750 € pro Folge bekommen. Das dürfte bei Olli, Jens und Andreas wohl auch lange Zeit nicht viel mehr gewesen sein. Sicher dürfte sich das in den letzten 20 Jahren geändert haben, aber ich wage mal stark zu bezweifeln, dass man sich mit seiner DDF-Gage locker mal eben Immobilien in Paris, NY, London und Berlin leisten kann. Weitere Spekulationen, ob er da wirklich überall eine Bude hat und wie er das ggf. finanziert, erspare ich uns mal. Eigentlich ist das nämlich ziemlich egal, auch wenn es immer wieder überall thematisiert wird und er es auch nicht wirklich aufklärt. Er ist so oder so nicht dazu verpflichtet DDF abzufeiern, egal wie viel Kohle er damit verdient.
Zu Hitchcock: Es geht im Interview um den Künstler, nicht um die Privatperson. Schlimm genug, dass das beim momentan vorherrschenden Zeitgeist kaum noch getrennt wird, gut, dass es hier getan wird. Tippi Hedren sagte selbst in einem Interview vor zwei Jahren: "Die Filme bleiben die Filme. Ich bewundere sie zutiefst. Sie sind das Werk eine Genies." Warum also sollte sich ein Jens Wawrczeck nun zu diesem "#MeToo"-Gossip" äußern, der über 50 Jahre alt ist und zu dem es nur eine Version gibt, nämlich die Hedrens. Mehr als ein "privat soll er ja ein Arschloch gewesen sein", hätte er doch eh nicht beisteuern können - und das weiß doch eh jeder. Was wann und wie in seinem Büro gelaufen ist, wird auch Jens nicht erklären können. Es geht um den 120. Geburtstag des wohl bedeutendsten Regisseurs der Filmgeschichte, der seit fast 40 Jahren tot ist. Da sollte man sich auf das Wesentliche beschränken. Und das haben die Nachrufe, die ich gelesen habe, zum Glück auch alle getan.

Die Antwort des Users mit dem variablen Namen enthielt zwei Thesen: "Ich Stelle folgende These A auf: nicht alle DDF Bücher von A. Marx oder Erzählungen von M. Frisch sind gleich "gut", ebensowenig alle Filme von D. Lynch oder A. Hitchcock. These B: jeder Fanboy von Hitchcock Filmen ist deshalb naiv, weil er es nicht versteht, zu differenzieren?"

Ein Benutzer namens Shantytown stellte die Frage: "Bin auch langsam verwirrt, geht es hier um das Interview mit Jens oder um Filmgeschichte?"

Soviel zur groben Zusammenfassung.
3) PerryClifton © schrieb am 24.08.2019 um 09:14:10: Ein beachtenswerter Fakt aus dem Interview ist auch, dass es anscheinend keine weitere Tour mehr geben soll. Und dass das Ende seiner Tätigkeit für die Hörspielserie eventuell absehbar ist.
4) PerryClifton © schrieb am 24.08.2019 um 09:57:53: Hier mein Senf zum aktuellen Stand: Ich finde es toll, wenn Jens so frei von der Leber weg mit einem reflektierten Blickwinkel über interessante Themen redet. Wie gesagt mag ich die Bezeichnung "Produkt" in diesem Kontext nicht. In Anbetracht der Entwicklung der "Marke" muss man aber realistisch sagen, dass sie einfach passt. Auch wenn das eigentlich nicht die Herangehensweise sein sollte. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass jemand mit Jens' Ambitionen und Fähigkeiten sich durch die Reduzierung auf die Rolle als Peter etwas genervt fühlt. Allerdings hält sich mein Mitleid auch in Grenzen, weil ihn ja niemand dazu zwingt, vor zehntausenden jubelnden Fans in riesigen Hallen aufzutreten und damit, sowie mit 4 Tagen zusätzlicher Arbeit im Jahr einiges an Geld zu verdienen und nebenbei in die deutsche Kulturgeschichte einzugehen Oder, falls ihm die Art der Touren nicht behagen sollte, sich aufgrund des Legendenstatus der alten Hörspiele an der eigenen Mitwirkung an denselbigen erfreuen zu können.

Thema zwei, Jens' Begeisterung für Hitchcock und Filmgeschichte. Er redet über ein Thema, dass ihm offensichtlich viel bedeutet und macht klar, dass es sich um sein Steckenpferd handelt. Ich sehe da nicht die geringste Notwendigkeit seinerseits, irgendetwas rechtfertigen zu müssen. Soll Jens für irgendwelche Verfehlungen Hitchcocks Rechenschaft ablegen? Soll jeder, der einen Hitchcock-Film mag ein schlechtes Gewissen haben, weil Hitchcock privat Mist gebaut hat? Was für ein Quatsch.
Meine eigene Meinung zu Hitchcock sieht so aus: Ich finde ihn als Person ziemlich unsympathisch und kann mir gut vorstellen, dass er einige der Sachen verbockt hat, die ihm angelastet werden, auch wenn man als Außensthender nicht weiß, was wirklich passiert ist. Ich finde auch seine Filme und seine Sicht- und Herangehensweisen nicht grundsätzlich perfekt oder fehlerlos. Dass man die Person und das Kunstwerk trennen muss, ist klar, wie oben geschrieben. Aber selbst dann besteht keine Notwendigkeit dazu, Spuren der Person im Kunstwerk zu verdammen, denn es steht am Ende für sich selbst. Diesbezüglich sieht die Bilanz für mich so aus: Hitchcock ist Filmgeschichte, seine Art hochgradig bedeutsam und viele seiner Filme sind hervorragend. Einige finde ich tödlich langweilig, in einigen schlagen seine Methoden krachend fehl und andere wieder sind zeitlos und endlos anschaubar. Ich glaube, er stand sich öfter mal selbst im Weg und hat trotzdem Großes vollbracht. Andererseits hat er auch ein paar "schlechte Angewohnheiten" ins Filmemachen eingeführt, eine gewisse "Trickserei", die manchmal von dem ablenkt, was mir persönlich an Filmen eigentlich gefällt, aber das bezieht sich sehr auf meine individuelle Sichtweise. Trotzdem, ohne ihn würde etwas Wesentliches fehlen, auch in meiner Filmesammlung.
5) Lapathia © schrieb am 24.08.2019 um 10:45:07: Ein absehbares Ende war wirklich überraschend! Aber man kennt aus der Musikszene etliche "Letzte Tour" Ankündigungen, von daher sollte man diese Aussage mit Vorsicht genießen. Bisweilen war bekannt, dass die Hörspielserie ein abruptes Ende findet, wenn einer der Sprecher aufhört (bewusste Entscheidung oder Todesfall). Vielleicht war auch implizit das Alter von Heikedine Körting gemeint? Vielleicht hören die Sprecher dann auch auf? Das soll nicht böse klingen, aber die gute Dame wird unmöglich noch in 20 Jahren das Tonstudio leiten. Und wer weiß, vielleicht platzt die Bombe bei der letzten Aufführung in der Waldbühne in Berlin und die drei Jungs machen dann sofort Schluss!? Es wäre ein perfektes Ende...
6) Professor Carswell © schrieb am 24.08.2019 um 15:47:53: Für mich ist Alfred Hitchcock auch nicht sakrosankt.
Die Privatperson und seine Werke getrennt zu betrachten ist die richtige Verfahrensweise bis zu einem gewissen Punkt. Wenn einen darüber hinaus keine weiteren Zusammenhänge interessieren ist das völlig legitim.
Für mich gibt es drei Betrachtungen zu Hitchcock, und die sauber zu trennen ist nicht ganz einfach: Erstens Hitchcocks Filmschaffen und sein Werk, zweitens Hitchcock als Privatperson, und drittens der private Hitchcock und das Wiederfinden seiner Themen in seinen Filmen.
Ein immer wieder auftauchendes Motiv in seinen Filmen ist der unschuldig Verfolgte. Dieses Motiv hat seine Ätiologie maßgeblich in der Pädagogik seines Vaters William Hitchcock. Der Londoner Stadtteil in dem die Familie Hitchcock seinen Lebensmittelladen hatte galt seinerzeit als recht kriminell. William hatte einen befreundeten Polizisten, dem er den Auftrag gab seinen Sohn immer wieder mal in die schlechteste Arrestzelle einzusperren die das Polizeirevier zu bieten hatte. Der Gedanke dahinter war, dass durch die abschreckende Wirkung des Gefängnisses sein Sohn davor bewahrt werden sollte ein Krimineller zu werden. So kam es immer wieder vor, dass A. Hitchcock auf dem Nachhauseweg war, ihm ein Polizist von hinten auf die Schulte klopfte, mit zur Polizeistation nahm, und ihn für einige Stunden in eine freie Gefängniszelle steckte. Ohne Begründung warum und ohne weitere Erläuterung war hier vor sich geht. In heutigen Zeiten nicht mehr vorstellbar. So saß Klein-Hitchcock mit nicht einmal 10 Jahren immer wieder in der Arrestzelle und konnte seiner Phantasie freien Lauf lassen, wovon er schon damals viel gehabt haben soll. Zynisch gesagt: Die schwarze Pädagogik seines Vaters, die nicht nur mit Gewalt, sondern auch mit Einschüchterung und Erniedrigung arbeitet war erfolgreich. Alfred wurde keine Krimineller.
7) PerryClifton © schrieb am 24.08.2019 um 16:48:51: @Prof Sehr interessant. Jetzt wo du es sagst fällt mir auch wieder ein, dass ich davon mal etwas gehört habe.
Das mit der Trennung und den Zusammenhängen ist ein sehr komplexes Thema. Wenn ich sage, man sollte es trennen, ist das bei mir direkt an die Adresse der Leute gerichtet, die einen moralischen Krampfanfall bekommen und direkt alle Filme nie wieder zeigen wollen. Es ist auch gemeint, wenn jemand Werke 1:1 mit einer Person gleichsetzt, die Aspekte direkt auf sie überträgt oder auch wenn direkte, unverhohlene Bekenntnisse ideologischer Natur in Werken "aufzutauchen haben", aus welchen Gründen auch immer. Also wenn es nicht mehr um Kunst und Interpretationsspielräume geht, sondern um stumpfe politische Stellungnahmen.
Nicht gemeint ist es bei der Interpretation des Werkes unter Einbeziehung der Persönlichkeit des Schaffenden; allerdings mit der Einschränkung (die ich noch nicht lange so mache) dass selbst dann das Endergebnis nicht nur ein Schlüssel zur Person des Schaffenden ist, sondern mehr, und etwas unabhängig Gewordenes. Was mich auch in die Lage versetzt, sogar einzelnen Werken etwas abgewinnen zu können, wenn ich z.B. einen Schriftsteller extrem zum K****n finde. Dann gibt es noch die Ebene, auf der sogar etwas an sich Schlechtes/Minderwertiges/Verwerfliches mit der Zeit einen kulturellen Wert gewinnen kann. Hier kann es dann sogar entgegen der ursprünglichen Absichten und Umsetzungen des Schaffenden dazu kommen, z.B. wenn die Persönlichkeit der Spiegel einer bestimmten Zeit wird.
Was Hitchcock als Privatperson angeht, ist ein gewissen Maß an Informationen sicher gut geeignet, um seine Filme besser zu verstehen. Auf die restliche schmutzige Wäsche kann ich allerdings gut verzichten. Die Filme würde sie mir allerdings nicht vermiesen können. Das geht allerdings heute so vielen Menschen nicht so, dass ich lieber erstmal provisorisch die Trennung von Person und Werk voranstelle.
8) PerryClifton © schrieb am 24.08.2019 um 16:52:48: Mit zweimal allerdings sind wirklich ALLE dings gemeint
9) PerryClifton © schrieb am 24.08.2019 um 16:53:57: Oh man, dreimal. Es ist heiß.
10) JohnDoggett © schrieb am 24.08.2019 um 19:40:54: Werk und Person zu trennen geht halt oft nicht. Ich habe z.B. früher mal ganz gerne die Bill Cosby Show gesehen. Heute bekäme ich wohl Brechreiz.
11) PerryClifton © schrieb am 24.08.2019 um 20:22:10: Hm, ich finde nicht, dass man die Show deswegen jetzt schlecht finden muss. Dass man Bill Cosby als Person nicht mehr sehen will, kann ich aber nachvollziehen.
12) Sven H. © schrieb am 24.08.2019 um 21:04:51: Warum eigentlich nur Film und Fernsehen? Was wäre denn, wenn sich irgendwann mal herausstellte, daß einige der vergötterten Hörspielsprecherinnen und -sprecher entweder #MeToo-mäßig Dreck am Stecken hatten oder charakterlich voll neben der Spur waren?
13) JohnDoggett © schrieb am 24.08.2019 um 22:39:07: Das sieht man dann. Derzeit ist nichts dergleichen bekannt. Warum also sollte man sich Gedanken darüber machen?
14) Boomtown © schrieb am 25.08.2019 um 03:52:35: @5 Glaube nicht, dass Jens da blufft. Man darf ja nicht vergessen, dass er bei einer möglichen weiteren Tour selbst im Rentenalter wäre. Die Gefahr, dass man sich ab einem bestimmten Punkt wirklich nur noch zum Affen macht ist ebenso groß wie seine Befürchtung, dass die Luft irgendwann raus sein könnte. Außerdem gibt es keinen Grund die nun anstehende Tour künstlich mit möglichen Rücktrittsgerüchten zu hypen. Ist ja so oder so ausverkauft.

@4 Denke auch nicht, dass er im Interview auf Mitleid aus war. Er sagt doch, wie dankbar er ist und spricht positiv über seine Kollegen und schwärmt von Körting. Was will man mehr? Ansonsten Zustimmung in fast allen Punkten. Nur welche Hitchcock-Filme sterbenslangweilig oder krachend gescheitert sein sollen, hätte ich gerne noch gewusst. Für Totalausfälle muss man sehr weit zu reinen Auftragsarbeiten in seiner britischen Phase zurück gehen. Selbst unter der Ägide von David O. Selznick konnte er schon fast durch die Bank weg brillieren.

@12 Nur mal fürs Protokoll, nach dem Selbstverständnis vieler junger feministischer Aktivistinnen ist die Lebens- und Denkweise des gesamten 20. Jahrhunderts sexistisch und rassistisch geprägt. So etwas wie DDF wären in dieser Logik ohnehin schon ein klassisches Beispiel für Whitewashing und das Gegenteil von Diversität. Insofern muss man theoretisch nicht länger warten, um direkt mit der Empörung loslegen zu können.
15) Professor Carswell © schrieb am 25.08.2019 um 04:49:09: The Mountain Eagle, bei dem es keine Lebenden mehr geben dürfte die ihn gesehen haben, kann man unter die Kategorie "Totalausfall" subsumieren. Der Meister selbst sagte François Truffaut das Melodram solle "best forgotten" sein und bezeichnete ihn als "awful" und "very bad movie". Welchen/Welche Film/e Jens meint geht aus seinem Interview nicht hervor. Wenn er sich der Mehrheitsmeinung der Cineasten und Hitchcock-Biografen angeschlossen hat müsste zumindest dieser in seiner "krachend gescheitert"-Liste auftauchen.
16) Boomtown © schrieb am 25.08.2019 um 07:07:40: Ich habe mal für ein Magazin einen Artikel über Hitchcocks britischen Jahre geschrieben und mich durch sämtliche noch zugänglichen Filme gearbeitet. Da sind fraglos so einige völlig unambitionierte Auftragsarbeiten dabei. Auch das gibt Hitch gegenüber Truffaut ja offen zu. Wenn wir also über sowas wie "Juno and the Paycock" oder "The Skin Game" sprechen, d'accord, was sterbenslangweilig betrifft. Aber ich befürchte, die sind nicht gemeint. Führt hier aber vielleicht auch zu weit.
17) PerryClifton © schrieb am 25.08.2019 um 08:36:30: @Boomtown Du musst dabei bedenken, dass ich in diesem Punkt komplett aus meinem subjektiven Empfinden heraus gesprochen habe. Ich bin kein Filmwissenschaftler und Filme interessieren mich nicht im Hinblick auf "das Filmemachen" oder aus einer Begeisterung für "das Kino" heraus. Trotzdem liebe ich Filme, würde mich aber nie als Cineast bezeichnen. Wenn z.B. Leute von Filmtechniken schwärmen, finde ich das interessant, aber für mich ist immer die Story wichtig und die Effekte nur insofern als sie diese glaubwürdig untermalen. Wenn es aber nur zu einer Aneinanderreihung sehr cleverer Effekte kommt, die Filmkenner (zu Recht) begeistern, bin ich raus, falls im Gegenzug die Figuren dümmlich gezeichnet sind, die Handlung keinen Sinn ergibt oder die Dialoge strunzdoof sind. Insofern sind meine Ansichten einigen der von Hitchcock gehegten sehr konträr, soweit ich das seinen Äußerungen entnehmen konnte. Nehmen wir z.B. die Szene in Familiengrab, als der arme Kerl seine an ihm klebende Dame nicht los wird, während der Abwärtsfahrt. Sicher erzeugt das Nervenkitzel, ist aber vom Prinzip her so doof, dass es einfach nicht funktioniert. Wer würde sich denn SO dämlich anstellen? Ansonsten ist der Film aber gut. Sterbenslangweilig finde ich den Fremden im Zug. Die Grundgeschichte überzeugt mich nicht, denn diese Über-Kreuz Methode ist nur auf den ersten Blick raffiniert. Auf den zweiten kann jeder einen Auftragskiller engagieren und hat dann ein Alibi, man braucht dafür keine halbgar ausgedachte Begegnung im Zug. Und der Rest mag clever gefilmt sein, z.B. die Tennis-Szene, aber ich finde sie hochgradig schnarchig. Bei Anruf Mord sollte als Kammerspiel ohne Firlefanz ja eigentlich funktionieren, aber mich nimmt da nichts gefangen. Und jetzt wird's ein bisschen heikel: Das Fenster zum Hof. Der Film ist natürlich klasse und einer der besten, aber der Showdown mit dem Blitzlicht... ja, es ist sehr spannend, aber ich kann einfach nicht aufhören daran zu denken, dass man bloß die Augen schließen muss und dann in einer Sekunde bei ihm ist, anstatt einfach stehen zu bleiben. Hitchcock hat die Nummer einfach etwas zu oft wiederholt, finde ich. Was die besondere Art angeht, in der in Hitchcocks Filmen die Schauspieler mit ihrer Mimik sprechen, finde ich das in 95% der Fälle sehr faszinierend, aber in 5% sieht es einfach lächerlich und überzogen aus. Ich bin halt generell auch der Meinung, er hätte besser auf mal auf Ratschläge wie den von Chandler gehört und ein bisschen mehr auf's Drehbuch geachtet, anstatt nur auf seine (genialen) Filmtechniken. Aber dafür war er, meines Erachtens, einfach zu eitel. Nicht zu Unrecht und mit vielen großartigen Ergebnissen, aber trotzdem letztlich ein Hindernis.
18) PerryClifton © schrieb am 25.08.2019 um 08:51:02: Man könnte auch sagen, er war so begeistert davon, mit dem Zuschauer zu spielen, dass er manchmal zu sehr meinte, ihn für dumm verkaufen zu können. Ich finde besonders die Idee des McGuffin prinzipiell sehr entlarvend. Absolut gar nichts spricht dafür, den Gegenstand, der die Handlung in Gang setzt (und dessen Funktion Hitchcock somit richtig erkannt hat), dann nicht auch vollständig preiszugeben. Zu denken, dass die Funktion den Inhalt komplett unnötig macht, zeigt 1:1 das Dilemma von Hitchcock, imo.
19) Communityname © schrieb am 25.08.2019 um 11:28:05: Jens Wawrczeck hat ja schon in einem anderem Interview gesagt, wenn die Produzentin aufhört, macht er Schluss damit. Vielleicht nächstes Jahr, wenn die 75 wird. Dann kommen bestimmt neue Sprecher, ein neuer Film soll ja auch kommen.
20) Boomtown © schrieb am 26.08.2019 um 03:45:55: @17 Danke für die Erklärung. Hab Hitchcock ja schon öfter hier im Forum zitiert: "Logic is dull." Da haben sich seit Second Screen und Social Media sicher auch Sehgewohnheiten verschoben. Logik, Realismus und Plausibilität der Unterhaltung zu opfern funktioniert nicht mehr wirklich gut, wenn sich direkt im Netz lautstark drüber aufgeregt wird. Das Thema hatten wir ja auch schon bei den Podcasts. Man tut sich jedenfalls keinen Gefallen, wenn man nach den Kriterien einen Hitchcock-Film schaut.

Dass er irgendwann mal nur clevere Filmtechniken aneinandergereiht hätte, um Filmwissenschaftler zu begeistern, halte ich allerdings wirklich für groben Unsinn. Mit sowas hätte man natürlich auch vor 60 Jahren nie den Mainstream erreicht. Den McGuffin als Zeichen der Zuschauer-Verachtung zu deuten, finde ich ebenso fragwürdig, um es mal vorsichtig zu formulieren. Es gibt doch unzählige Beispiele, wo sehr wohl eine ganze Menge dafür spricht, den Gegenstand, der die Handlung in Gang setzt, hinten runter fallen zu lassen. Eben weil die Erklärung im Zweifelsfall banal - oder noch schlimmer egal - wäre. Passendes Beispiel "Der unsichtbare Gegner". Pecks Erfindung und der Inhalt des Films spielen zu Recht keine Rolle. Die nachgeschobene Aufklärung im Buch braucht kein Mensch. Aber okay, wenn du das subjektiv so empfindest, will ich dir das nicht nehmen.
21) Boomtown © schrieb am 26.08.2019 um 03:49:35: @19 Dann hätte Körting aber auch genauso gut jetzt zum Jubiläum aufhören können. Das wäre ein deutlich passenderer Zeitpunkt gewesen als ihr eigener Geburtstag.
22) PerryClifton © schrieb am 26.08.2019 um 07:11:12: @20 Oh oh oh, da gibt es schon noch Unterschiede Wenn jegliche Suspension of Disbelief geopfert wird, wie in manchen Podcasts, wenn komplett am Geist der Geschichte vorbeireviewed wird, ist das schon etwas anderes, als wenn eine Szene als besonders unglaubwürdig oder gar leicht lächerlich heraussticht, weil sie einfach zu weit hergeholt ist. Nicht nach den Maßstäben strenger, realistischer Logik, denn dann braucht man keine Geschichten zu erzählen, aber nach den Maßstäben storyinterner Logik. Die Debatte gibt es oft auch bei Fantasy, manche meinen, nichts müsse dort realistisch sein, weil es ja Fantasy ist, andere sagen zu Recht, dass die Geschichte einer inneren Logik folgen muss und ihre eigenen Gesetze nicht verletzen darf. Die Geschichte muss nach ihren eigenen Regeln Sinn ergeben. Hitchcock erzählt nunmal in unserer Welt und biegt die Gesetze der Plausibilität manchmal so sehr, dass es heutzutage lächerlich wirkt, und auch früher schon, denn der Rest der Geschichte funktioniert trotzdem. Da kann er über Wahrscheinlichkeitskrämer spotten wie er will, ein bisschen Übertreiben tut er es gelegentlich schon mal ganz gerne. Da hilft ihm auch sein Genie-Status nichts.
Die Filmtechniken hat er nicht für die Wissenschaftler verwendet, das ist klar. Aber er hat sie oft ein bisschen zu sehr in den Vordergrund gestellt und zusammen mit dem Prinzip des McGuffin ergibt das für mich eben das Bild eines gewissen Materialismus, einer Formbezogenheit, die manchmal zu sehr über dem Inhalt steht. Hätte es dem unsichtbaren Gegner geschadet, wenn man gesagt hätte, Peck hat ein Flugzeugleitsystem erfunden und Punkt? Gemeint ist, dass das Vorenthalten auch manchmal nerven kann, wenn es unnötig ist. Beim Gegner ist es tatsächlich nicht so wild. Aber das Hitchcock überhaupt die Idee hatte, es so weit treiben zu müssen, einen Teil der Story einfach fallen zu lassen, spricht Bände.
23) PerryClifton © schrieb am 26.08.2019 um 14:17:01: BTW, das ist natürlich Jammern auf hohem Niveau. Nicht das hier der Eidnruck entsteht, ich würde keine Hitchcock-Filme mögen
24) PerryClifton © schrieb am 26.08.2019 um 14:18:10: Oder nicht richtig schreiben können...
25) AndyV © schrieb am 26.08.2019 um 14:29:58: @PerryClifton Zufall: Hab gestern nach Jahrzehnten mal wieder "Die Vögel" mit der entzückende "Tippi" geschaut. Was für ein Film!
26) PerryClifton © schrieb am 26.08.2019 um 15:19:38: @Andy Yup
27) Boomtown © schrieb am 27.08.2019 um 03:59:33: @22 Der Punkt ist doch, es hat dem "Unsichtbaren Gegner" NICHT geschadet, dass die Erfindung NICHT genannt wird und ja, ich finde so eine plumpe Erklärung im Nachgang nicht gerade besonders sexy, weil sie das Kopfkino, das sich in der Folge aufgebaut hat, ohne große Pointe zum Platzen bringt. Wozu? Und so habe ich auch noch bei keinem Hitchcock hinterher den MacGuffin als Zumutung empfunden.

Ansonsten neigt man bei Hitchcock heute natürlich dazu, das lehrbuchmäßige visuelle Erzählen in den Fokus zu nehmen. Das war in der zeitgenössischen Rezeption aber noch ganz anders. Das reine Posen mit seinen Fähigkeiten war da kein Kriterium. Die Filme mussten das Publikum unterhalten und sonst nichts. Insofern finde ich das Bild des narzisstischen und eitlen Regisseurs weder stimmig noch fair. So etwas wie die Exposition von Rear Window wurde erst später zum Lehrstück des Filmemachens. Hitchcock hat das ja nicht als solches planen können, deshalb kann man ihm das auch nicht vorwerfen. Ob er es jetzt in der ein oder anderen Szene mal übertrieben hat oder nicht, und ob das heute nach Jahrzehnten im Einzelfall noch immer und überall funktioniert, sind dann nochmal andere Fragen, die meiner Meinung aber nicht wirklich relevant sind. Shadow Of A Doubt ist fast 80 und sein Alter sieht man dem Film bestenfalls dadurch an, dass er schwarzweiß ist. Schaut man heute Jurassic Park, denkt man hingegen nur, was für ein schrottiger B-Movie das denn bitte sein soll.
28) PerryClifton © schrieb am 27.08.2019 um 07:14:34: @27 Ich will mich nicht streiten, aber ich muss der Art deiner Verteidigung einfach widersprechen. Ich fand es früher als Kind immer nervig, dass Pecks Erfindung nicht genannt wurde. Also hat es für mich der Story geschadet, wenn auch zugegebenermaßen nicht in großem Maße. Ich sehe einfach die Notwendigkeit des Vorenthaltens nicht. Dass man den McGuffin in seiner Funktion erkennt, ist im Prinzip ja okay. Dieses Bild von Hitchcock gab es übrigens früher schon und es wurde bzw. wird auch von prominenter Seite geteilt. Chandler sagte: "his plots often lose their grip on logic" und "he cares less about dialogue in a scene than shooting it upside down through a glass of champaign". Ich will ja eigentlich nur darauf hinaus, dass er es in der ein oder anderen Szene übertrieben hat und dass seine Persönlichkeit dies auch nahelegt. Dass ich nicht auf den Zug aufspringe, ihn komplett zu verurteilen, ist doch wohl klar. Aber jetzt mal langsam, Jurassic Park ein schrottiger B-Movie? Die Effekte sehen heute immer noch besser aus, als das meisten an aktueller CGI. Bei Avatar bekommt man ein paar Jahre später bereits Augenstechen. Harryhausen sieht heute wohl auch veraltet aus?
29) Boomtown © schrieb am 27.08.2019 um 09:42:23: OK, ob das nun das richtige Stilmittel für ein Kinderhörspiel ist/war, sei noch mal dahingestellt. Aber es liegt doch in der Natur der Sache, dass man bei einem MacGuffin am Ende gar keine befriedigende Auflösung mehr aus dem Hut zaubern kann, weil es inhaltlich keine Rolle spielt. Ist doch einfach total egal, welche Regierungsgeheimnisse das nun am Ende von North by Northwest sind, man will doch nur wissen, ob die Protagonisten nun in der Kiste landen oder nicht. Ansonsten ok, dass der geschassten Chandler diese Ansichten hat, ist ja nachvollziehbar und auch richtig. Hitchcock hat sicher andere Prioritäten gesetzt. Da sind wir uns ja einig. Logik und Dialoge waren weniger wichtig als Bildsprache aber das ist ja auch das tolle: Psycho würde fast genau so wie er ist auch als Stummfilm funktionieren - mit Bernard Herrmanns Musik natürlich. Dialoge braucht es da gar keine.Faszinierend.
30) Max DoMania © schrieb am 27.08.2019 um 10:46:06: Wie Boomtown bereits angemerkt hat, ist es tatsächlich vollkommen unerheblich, was Ben Peck genau erfunden hat, eben ein typischer MacGuffin. Zudem wird diese Frage am Ende des Buches geklärt.
31) PerryClifton © schrieb am 27.08.2019 um 14:34:32: Wie gesagt, ich sehe das Ganze eher aus der Perspektive der Story und weniger aus der der Bildersprache. Genau aus diesem Grund bezeichne ich mich auch nicht als Cineasten, obwohl ich Filme liebe. Ich verstehe den McGuffin-Gedanken durchaus, doch ich möchte das Problem mal anders formulieren: Es ist einfach zu leicht, mit dieser Technik durchzukommen, selbst in dem Fall, dass man die Story nur mangelhaft durchdacht hat. Man kann nach Belieben wild durch die Gegend McGuffinieren, nur damit die Leute in Bewegung geraten und ohne sich der Unbequemlichkeit zu unterziehen, sich wirklich etwas auszudenken. Für ein Buch ist mir das definitiv zu wenig. Im Film wäre es okay, wenn es nur bei Hitchcock geblieben wäre, aber ich finde, der ganze Grundgedanke hat ein Stückweit dafür gesorgt, dass durchdachte Filmstories teilweise schon als exotisch gelten oder als überhaupt nicht mehr nötig angesehen werden, solange alles nur ordentlich publikumswirksam inszeniert wird. Etwas überzogen gesagt könnte man das Konzept als Ursprung der gesamten aktuellen Kinolandschaft deklarieren. Heutige Trailer. Es macht KAWUMMM und FIEEEEEP, man bekommt schon aus Reflex Gänsehaut, ohne dass das Gehirn auch nur eine Sekunde beteiligt war, attraktive Schauspieler hauchen einem bedeutungsschwere Sätze ins Ohr, die inhaltlich völlig egal sind, man ist bereits aufgrund der Ansprache unterbewusster Reflexe total geplättet. Dann kommt die epic speech "in a world, where blablablubb" oder "just two weeks ago he was just a normal guy" mit anschließendem Orchester-Orgasmus und man rennt begeister ins Kino, weil alles so schön gekribbelt hat. Was mir zunehmend Sorgen macht, ist, dass viele nicht mehr nur im Moment sondern anscheinend dauerhaft durch diesen Budenzauber beeinflusst werden. Ich mag Filme nicht als Illusionsnummer, ich mag eine Geschichte, von der mir etwas bleibt. Und da sehe ich bei Hitchcock eben die Wurzeln für eine Entwicklung in die falsche Richtung, IMO. Aber er war wenigstens noch jemand, der trotzdem gute Filme gemacht hat, was man von vielen Nachfolgern nicht mehr behaupten konnte. Wozu diese Radikalität, warum die Erklärung weglassen? Wenn sie nicht so wichtig ist, hält man sie eben sehr kurz. Alles andere muss nicht zwangsläufig, aber kann sehr schnell in geistige Trägheit oder sogar bewusste Blendung des Publikums münden. Bei aller Zuneigung zu Hitchcocks guten Filmen, aber wenn es nur solche gäbe, empfände ich das als sehr eingeschränkt. Aber vielleicht ist das sogar der Fall.
32) Mr. Murphy © schrieb am 01.09.2019 um 13:38:18: @ 5 (Lapathia) = Dass es nächstes Jahr einen Auftritt auf der Berliner Waldbühne geben wird, wurde bisher noch nicht angekündigt, oder? @ 12 (Sven H.) = Es soll zumindest jetzt schon bekannt sein, dass es in Deutschland Hörspielmacher geben soll, die "charakterlich voll neben der Spur" sind (und damit meine ich nicht A. Minninger!).
33) Boomtown © schrieb am 03.09.2019 um 02:03:29: @31 Ich kann diese Effekthascherei, die du da beschreibst, nur schwer mit Hitchcock und seiner klassischen Verwendung des MacGuffins in Verbindung bringen. Für welche Filme Hitchcock nun gegenwärtig diesbezüglich ein schlechter Einfluss sein soll, müsste man dann anhand konkreter Beispiele klären. Das führt hier aber wohl zu weit. Ansonsten kann ich mich nur wiederholen, ich will lieber keine als eine belanglose Aufklärung, wenn sie für den Handlungsverlauf ohnehin nicht relevant ist. Du siehst es genau umgekehrt. Let's agree to disagree.
34) PerryClifton © schrieb am 03.09.2019 um 07:12:20: @Boomtown Klar
35) PerryClifton © schrieb am 04.09.2019 um 19:57:28: Oho, auch Jens spielt mit der Idee einer DDF-Retrospektivfolge mit den Detektiven als Erwachsenen:

https://www.youtube.com/watch?v=CqaqhtPyMs8
36) Danny Street © schrieb am 08.09.2019 um 03:09:45: Sicherlich nicht mehr ganz neu, aber for the record:
Carsten Fiedler:
youtube.com/watch?v=DQT1cN65Msw
37) Danny Street © schrieb am 08.09.2019 um 03:15:04: Alles nicht so leicht um 3 Uhr morgens.
Carsten Fiedler:
youtube.com/watch?v=DQT1cN65Msw
38) Danny Street © schrieb am 08.09.2019 um 03:16:36: WTF?! Ok, die Forumssoftware will wohl auch ins Bett. Siehe Podcasts.
39) Boomtown © schrieb am 10.10.2019 um 11:34:51: De Radio-Features vom NDR und BR eben mal gehört. @Muri Wie habt ihr es geschafft, dass ihr die Originalmusik von Carsten Bohn verwenden dürft? Sind da die rechtlichen Fragen inzwischen geklärt und keiner hat es mitbekommen? Auf jeden Fall schön, die mal wieder ganz offiziell irgendwo zu hören. Auch sonst ein sehr ansprechender Beitrag! Gut recherchiert und mal ein etwas anderer Ansatz, das ganze auch mal kritisch zu hinterfragen. Sehr spannend, wie unterschiedlich Jens Wawrczeck und Heikedine Körting auf die Frage reagieren, ob DDF inzwischen deutsches Kulturgut sind. Überhaupt ist Jens reflektiert und nüchtern wie gewohnt. Guter Typ. Der Rundgang durch die Villa war sicher live spannender als es im Beitrag rüberkommt. Krass finde ich immer wieder die völlig überzogene Reaktion von Hörern auf die frühen TKKG. Da haben sich einige ganz schön von der tendenziösen Berichterstattung der letzten Jahe beeinflussen lasse. Selber mal nachhörern und sich ein eigenes Bild machen kann da nicht schaden.
Das Interview im NDR war eher business as usual. Erkenntnisgewinn gleich Null.
40) Jeffrey Shaw © schrieb am 10.10.2019 um 15:15:05: Eigtl läuft im öffentl-rechtl Rundfunk sehr viel über Zitatrecht, Boomtown. Aber vielleicht ist es in diesem Fall etwas anderes.
41) Jeffrey Shaw © schrieb am 10.10.2019 um 15:20:42: Ich fand das Feature auf jeden Fall nice. Vor allem die skurrilen Fangeschichten waren interessant. Sicherlich ist Frau Körting auch für viele Hörer*innen eine interessante Figur. Ich würde es dem Feature nicht ankreiden - und letztlich war es ja auch ganz klar eine Außenperspektive aber es wäre für mich persönlich toll gewesen, wenn irgendjemand der Fans oder so angemerkt hätte wie grottig die Hörspiele und Bücher heutzutage oft sind. Auch im Gegensatz zu dem, was sie mal ausgemacht hat.
42) Boomtown © schrieb am 10.10.2019 um 16:06:02: Bin da juristisch in der Tat nicht so firm. Hatte den Eindruck, dass die Musik da schon recht üppig auch ohne direkten Zusammenhang zu einer Folge einzig zur atmosphärischen Untermalung eingesetzt wird. Fällt das alles noch unter Zitatrecht? Dann könnte man ja auch ein Hörspiel mit der Bohn-Musik produzieren und immer mal wieder Schnipsel einbauen.

Ein schönes Statement zu den "Nachklassikerfolgen" wird ja indirekt sehr deutlich abgegeben. Sie werden schlicht komplett ignoriert. Das sagt eigentlich mehr als tausend Worte.
43) Ola-Nordmann © schrieb am 14.04.2020 um 08:22:57: Heute ist Jens Wawrczeck bei SWR1-Leute (SWR1 Baden-Württemberg). Die Sendung beginnt um 10:00 Uhr.
44) Mr. Murphy © schrieb am 25.04.2021 um 10:35:05: Habt ihr euch auch schon das neue Interview mit Jürgen Thormann angehört? Es ist sehr interessant. Starkes Zitat von ihm: "Ich habe falsche Erinnerungen, weil es gute Erinnerungen sind!"
45) PerryClifton © schrieb am 25.04.2021 um 11:44:15: Wow, ein hervorragendes Interview. Im Mittelteil war es, als wenn Thormann eine Weltkriegsdoku synchronisieren würde. Und in diesem Fall auch noch seine eigene. Krass. Und dann zum Schluss, dass er gerne die Kinderhörspiele gemacht hat. Mein Zitat-Highlight: "Wenn man etwas für Kinder macht, muss es gut sein." Sehr schön
46) Nico © schrieb am 25.04.2021 um 17:31:52: Es ist echt immer ein bisschen anstrengend, wenn hier geschrieben wird „habt ihr dies und jenes schon konsumiert“, aber keine Quelle angegeben wird... Und ja, ich habe versucht, besagtes Interview zu googeln und nein, ich habe es nicht gefunden.
47) PerryClifton © schrieb am 25.04.2021 um 17:35:02: Damit rennst du bei mir natürlich offene Türen ein Bitteschön: https://tinyurl.com/3kmfvc7b
48) Danny Street © schrieb am 18.05.2021 um 16:57:46: Im Zuge des DLF-Interviews fällt mir wieder das Interview mit Aiga ein, das es ja hier leider nur in zwei kurzen Ausschnitten gibt, die aber schon sehr interessant sind. Wäre wirklich großartig, wenn diese Perle irgendwann vielleicht doch noch einmal in voller Länge veröffentlicht würde.
49) Lapathia © schrieb am 19.05.2021 um 09:03:07: In der vorgestern eröffneten Ausstellung in der Württembergischen Landesbibliothek "Von Stuttgart nach Rocky Beach. Auf den Spuren von Aiga Rasch" kann man die wichtigsten 15 Auszüge hören... sobald die Inzidenzen unter 50 sinken (seit gestern unter 100), dürfen auch Besucher hinein.
50) Danny Street © schrieb am 19.05.2021 um 09:22:13: Das ist schön. Aber was machen all diejenigen, die nicht die Möglichkeit haben, die in der vorgestern eröffneten Ausstellung in der Württembergischen Landesbibliothek wichtigsten 15 Auszüge hören zu können und wahrscheinlich auch weitere Ausstellungen nicht besuchen werden können und trotzdem verdammt noch mal dieses Interview hören möchten, weil sie aus künstlerischer Hinsicht sehr daran interessiert sind?
51) Mihai Eftimin © schrieb am 19.05.2021 um 12:21:27: Ich glaube, Blacky hat da die Antwort für uns. Irgendwas mit Röhre ...
52) Danny Street © schrieb am 19.05.2021 um 15:02:27: So lange die Ausstellungen laufen, ist das ja verständlich, aber danach wird sich hoffentlich die Möglichkeit einer Veröffentlichung ergeben.
53) Mihai Eftimin © schrieb am 19.05.2021 um 16:01:39: Natürlich, dass man das nicht parallel zur Ausstellung veröffentlicht, ergibt ja auch Sinn. Wäre halt nur schön, wenn es danach veröffentlicht würde. Das würde mich nämlich auch interessieren.
54) Mihai Eftimin © schrieb am 19.05.2021 um 16:03:25: Also, die Ausstellung selbst natürlich auch, aber Stuttgart ist für mich zu weit weg, und in Coronazeiten ist das ja ohnehin etwas komplizierter ...
55) Danny Street © schrieb am 19.05.2021 um 16:15:39: Man könnte ja ein paar Liliputaner hin schicken, die heimlich 'ne Bootleg machen.
56) Ola-Nordmann © schrieb am 19.05.2021 um 20:28:46: Mal schauen, ob ich da mal reinkommen. Bei Stuttgart bin ich oft, wenn dann noch demnächst die Impfung durch ist, sollte auch die Inzidenz weit genug unten sein.
57) Lapathia © schrieb am 19.05.2021 um 22:18:41: Ich habe irgendwo gehört, im Herbst könnte man die Clips auch in Niedersachsen hören...
58) Boomtown © schrieb am 22.05.2021 um 08:57:14: Zum Interview mit Andreas Ruch: Hatte ja zuerst ein schlechtes Gewissen, als ich gesehen habe, dass ihr ihn mit meinem "Totengräber von Aiga Rasch"-Spruch konfrontiert habt. Aber wirklich überzeugend finde ich sein Lavieren zwischen "Rasch-Bewahrer" einerseits und "Veränderungen müssen ja sein"-Haltung andererseits nicht. Ich will mir wirklich nicht anmaßen zu sagen, er hätte den lukrativen Job bei Kosmos ablehnen müssen. Unter normalen Umständen hätte ich mir Ruch ja als Nachfolger von Christoph gewünscht.

Aber im Zusammenhang mit dem neuen Layout auch die Cover der Klassiker für Neuauflagen zu ersetzen, ist nun mal ein ziemlich großes Dilemma, in das sich Ruch da begibt. De facto ist er damit nun einmal ganz direkt daran beteiligt, dass Rasch damit aus dem Serienuniversum verschwindet. Nicht mehr und nicht weniger. Das nun technisch mit dem neuen Layout zu begründen, die Rasch-Cover würden sich "nicht so einfach aussoften" lassen, liest sich wirklich wie blanker Hohn. Das scheiß neue Layout, was kein Mensch haben wollte, wird jetzt auch noch als Grund vorgeschoben, Raschs Cover "neu interpretieren" zu müssen, was selbstverständlich nur als "Hommage" gedacht ist.

Sorry, so lasse ich mir das nicht verkaufen. Hommagen waren Ruchs Illustrationen auf Instagram, aber damit jetzt offiziell die Originale zu ersetzen, weil die sich nicht "aussoften" lassen, ist schon ziemlich grotesk und einfach eine völlig andere Nummer. Und dann noch so unbedarft zu fragen, warum sich die Alt-Fans denn so aufregen, die hätten doch schließlich noch die Rasch-Cover im Regal stehen. Und überhaupt, es sei doch legitim, was neues zu machen. Ernsthaft? Was ist denn das für ein seltsames Verständnis für das Gesamtwerk, dem man so lange verbunden ist? Der Versuch von Kosmos und auch von Ruch im Interview, Rasch weg huldigen zu wollen, wirkt einfach nur scheinheilig.
59) PerryClifton © schrieb am 22.05.2021 um 09:33:38: Ich will ihn ja auch verstehen, da er offensichtlich zwischen zwei Stühlen sitzt. Und das Problem mit dem neuen Design und seinen Covern wäre wirklich um einiges kleiner, wenn sie nicht gleich Aiga bzw. die alten Cover ganz abgelegt hätten. Da könnte man sich noch eher mit einer neuen "Phase" anfreunden. Noch besser wäre es gewesen, das alte Design einfach mit Ruch und Christoph-Covern fortzuführen. Aber seiner Argumentation in dem Interview kann ich ebenfalls nichts abgewinnen, um es mal diplomatisch zu sagen. Die ganze Nummer mit dem Design kommt insgesamt schon ziemlich dreist rüber, von allen Beteiligten.
60) Mr. Schwartz © schrieb am 22.05.2021 um 12:02:33: Naja... dass der Kosmos-Verlag dreist ist, überrascht mittlerweile keinen mehr...ist einfach nur traurig :(
61) Boomtown © schrieb am 22.05.2021 um 13:17:13: @59 Genau, hätte man ihn einfach ins Illustratoren-Team geholt, wäre es ideal gewesen. Ich frage mich so halt auch, inwieweit das neue Layout etwas mit seinem Kommen zu tun hatte. Das war ja kein Zufall, dass ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt ein neues Layout präsentiert wird.

@60 Naja, von einem Verlagssprecher hätte mich so ein Eiertanz auch nicht gewundert. Aber von jemandem, der sich als Aiga Rasch-Epigone einen Namen gemacht hat, dafür ins Boot geholt wird, und dann als erste Amtshandlung sein Idol aus der Serie kickt, halt schon. Der Move macht irgendwie weder aus Verlagssicht noch aus der von Ruch einen Sinn. Mich nervt halt dieser fadenscheinige Opportunismus: Aiga Rasch, hach wie toll, bahnbrechend, Idol, Vorbild und so, aber dieses schwarze Layout, naja, schwierig heutzutage, und die alten Artworks, naja, passen dann blöderweise leider, leider gar nicht mehr in das neue, mussten wir dann ganz schweren Herzens auch gleich neu machen. So ein Jammer aber auch. Aber Aiga Rasch, mega Ausnahmekünstlerin.
62) Boomtown © schrieb am 22.05.2021 um 13:31:14: Ach ja, der Ironie wird die Krone aufgesetzt, durch das Plakat für die Rasch-Ausstellung. Immerhin, für's Museum ist sie noch gut genug und der, der ihre Arbeiten bei der Serie durch seine eigenen ersetzt, macht das Plakat dazu, auf dem interessanterweise kein einziges Rasch-Cover zu sehen ist. Das ist dann natürlich auch eine "Herzensangelegenheit" und "ein Kreis, der sich schließt". Immerhin letzteres würde ich unterschreiben, es schließt sich sogar ein ziemlich großer Kreis.
63) PerryClifton © schrieb am 22.05.2021 um 13:52:12: Stimmt alles. Das zeitliche Zusammentreffen mit dem neuen Layout sieht auch nicht wirklich nach Zufall aus. Aber hey :-s

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