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Interview mit Florian Baxmeyer
+++ 2007 +++


Florian Baxmeyer ist der Regisseur des ersten drei ??? Kinofilms "Das Geheimnis der Geisterinsel"; auch beim zweiten Film wird er auf dem Regiestuhl Platz nehmen. Das folgende Interview wurde uns von der Pressestelle von Buena Vista International zur Verfügung gestellt.

Warum ist die "Geisterinsel" für die Verfilmung ausgewählt worden?
Als ich zum Projekt dazu kam, war das schon entschieden. Studio Hamburg hat die Rechte an den ersten zehn Büchern von Robert Arthur gekauft. Drei davon sollen für das Kino realisiert werden, die restlichen sieben für das Fernsehen. Man hat also überlegt, welche dieser Folgen sich am besten für das Kino eignet und hat sich aufgrund der Schauwerte von der "Geisterinsel" entschieden, damit anzufangen.
Welche Elemente wurden aus dem Buch übernommen?
Es geht nach wie vor um einen Vergnügungspark, bei uns wird er allerdings erst gebaut und ist nicht schon alt und verfallen. Es gibt auch einen Geist, der aber ein bisschen anders aussieht als im Buch. Aus Herrn Wilbur ist Miss Wilbur geworden, aber sonst sind die grundlegenden Elemente ähnlich: Peters Vater soll den Park bauen, die drei Jungs fahren hin um ihn besuchen und dann passieren diese unerklärlichen Dinge. Gut, aus Chris haben wir ein Mädchen gemacht, das ist im Original ein griechischer Fischerjunge.
Warum wurde die Geschichte für den Film abgewandelt?
Wir mussten die Geschichte eine bisschen abwandeln, weil sie nicht mehr in den 60er Jahren spielt wie die Originalgeschichte, sondern wir sie ins Jahr 2007 verlegt haben. Das Setting an der US-Ostküste z.B. ist nicht mehr so ganz zeitgemäß, weil es schwierig ist, dort eine Grusel- oder Geistergeschichte zu erzählen. Die Gegend ist einfach viel zu besiedelt heute, das würde uns keiner mehr glauben. Deswegen haben wir sie nach Südafrika verlegt, weil sie damit wesentlich mehr Mystik bekommt. Wir haben aber versucht, dem Ganzen im Kern treu zu bleiben. Elizabeth Arthur, die Tochter von Autor Robert Arthur, hat uns nachher auch bestätigt, dass es uns gelungen wäre, "Die drei ???" ins 21. Jahrhundert zu holen, worüber wir natürlich froh waren.
Warum wurde aus Chris ein Mädchen?
Aus Chris, der ja ursprünglich ein griechischer Fischerjunge war, ist bei uns ein Mädchen geworden, ein afrikanisches Mädchen – ganz einfach deswegen, weil es sonst in dem Film nur Jungs gegeben hätte und Mädchen gehören nun mal auch dazu. Es ist einfach spannender für die Gruppe von drei Jungs. Wenn ein Mädchen dazu kommt entstehen ganz andere Konflikte. Und in Afrika konnte das natürlich auch kein griechisches Mädchen mehr sein. Naima Sebe spielt die Rolle, es war ihre allererste Filmrolle und lustigerweise spricht Naima auch perfekt deutsch, weil ihre Mutter Deutsche ist. Sie hat sich im Film auch selbst synchronisiert und hat das, wie ich finde, großartig gemacht.
Wie alt sind "Die drei ???" im Film?
Die drei Jungs sind im Film alle um die 12/13. Das liegt zum einen daran, dass sie in dem Buch ungefähr in dem Alter sind. Ronald Kruschak, der Producer, der die ganzen Verhandlungen mit Elizabeth Arthur geführt hat, hat mit ihr sogar darüber Rücksprache gehalten und sie hat auch gesagt, dass es ursprünglich so gedacht war, dass die Jungs so um die 12 sind. Das ist der wichtigste Grund gewesen. Der zweite ist, dass Studio Hamburg drei Filme machen möchte und die Schauspieler werden ja auch immer älter. Wenn wir jetzt mit 16-jährigen angefangen hätten, wären sie irgendwann 20 gewesen und da hat man dann ein Glaubwürdigkeitsproblem.
Wie wurden die drei Schauspieler ausgewählt?
Das Casting der drei Jungs war sehr langwierig. Wir haben in Südafrika, in England und in den USA gesucht. Am Ende haben wir kalifornische Jungs genommen, was glaube ich auch Sinn macht, weil die Jungs im Original Kalifornier sind und kalifornische Kids sind in ihrer Mentalität ganz anders als z. B englische Kids. Es gibt immer so einen magischen Moment bei einem Casting, man hat auf einmal das Gefühl, jetzt haben wir sie gefunden! In diesem Fall war das, als wir gesehen haben wie die drei zusammen funktionieren. Wir haben ganz verschiedene Kombinationen ausprobiert und diese drei haben uns einfach umgehauen. Man muss auch sagen, dass in Kalifornien, in den USA, das Level der Kinderschauspieler sehr, sehr hoch ist. Wir hatten eine gute Auswahl. Justus war natürlich die am schwersten zu besetzende Figur, aber von Chancellor waren wir begeistert. Da ist der Funke übergesprungen.
Warum ist Justus nicht pummelig wie in den Originalgeschichten?
Justus ist schon ein bisschen pummelig, auf der Leinwand wirkt er auf jeden Fall etwas voller im Gesicht als die anderen. Aber als er zum Dreh nach Südafrika kam, sind wir ehrlich gesagt anfangs auch etwas erschrocken. Denn er war im Casting tatsächlich schön pummelig, er war ein kleiner, dicker Junge, der fast ein bisschen aussah wie Hitchcock, wie wir fanden. Ein halbes Jahr später kam er in Südafrika an und war in die Höhe gegangen und hat gleichzeitig auch an Gewicht verloren. Das ist die einzige Wahrheit dazu. Aber wir wollten ihn natürlich nicht wieder nach Hause schicken und am Ende zählt, dass er die Rolle gut spielt und ich glaube so vom Gesicht her haut es schon hin. Aber er ist nicht ganz so dick wie in den Büchern, das stimmt.
Warum sieht Bob jünger aus als die Justus und Peter?
Cameron Monaghan, der den Bob spielt, sieht vielleicht ein bisschen jünger aus, ist aber genauso alt wie die anderen. Uns war es wichtig, dass die drei Jungs sich unterscheiden. Also haben wir ihm im Gegensatz zu den Büchern und zu den Kassetten etwas mehr Charakterisierung gegeben, weil wir auch das Gefühl hatten, er könnte das ein bisschen gebrauchen. Bei uns macht er nicht nur Recherche und Archiv, sondern hat auch lustige Momente und ist durch sein Aussehen nun auch ein besonderer Typ.
Warum wurde auf Englisch gedreht?
"Die drei ???" waren ja mal ein Welterfolg. In Deutschland haben sie länger überlebt durch das Phänomen der Kassetten, was einzigartig ist, das gibt es nirgendwo sonst auf der Welt. Aber die Bücher wurden jahrzehntelang weltweit mit großem Erfolg verlegt und das Ziel ist es, den Film international in die Kinos zu bringen. Da ist es einfach eine Vorraussetzung, ihn auf Englisch zu drehen und ich finde es passt auch, weil die Geschichte eine amerikanische Geschichte ist. Ich finde das auch immer ein bisschen komisch, wenn, wie damals bei den Edgar Wallace Filmen, die angeblich in England spielen, die ganzen deutschen Schauspieler englische Namen haben. Das passt irgendwie nicht.
Warum wurde in Südafrika gedreht?
Wir haben uns entschieden in Südafrika zu drehen, weil die US-Ostküste unserer Meinung nach für den Film nicht funktionierte. Also wurde überlegt, wo wir hingehen könnten. Südafrika ist rein technisch gesehen sehr angenehm zum Drehen, es gibt sehr gute Crews und es ist nicht besonders teuer. Aber wir hatten auch großartige Locations. Nicht nur die tolle Natur, die man in dem Film sieht, sondern auch die Townshipproblematik, die einfach allgegenwärtig ist. Eine Arm/Reich-Problematik, die wir sehr gut fanden für den Film und die auch ein bisschen im Sinn von den Büchern ist, die Robert Arthur geschrieben hat. Es geht bei ihm immer darum, einem Benachteiligten zu helfen. In der Originalgeschichte ist das der griechische Junge, in den 60er Jahren war der in Amerika noch ein Außenseiter, das wäre heute wahrscheinlich nicht mehr so. In Südafrika hat man das aber natürlich noch ganz stark, es gibt eine Zweiklassengesellschaft. Insofern hat sich das angeboten.
Wie kam es zu der Geschichte um eine afrikanische Prinzessin?
Es geht ganz einfach deswegen um diese Prinzessin und um diesen Schatz, weil wir in Afrika sind. Der Schatz war früher in der Originalgeschichte die Beute eines Bankraubs. Das hätte natürlich überall so stattfinden können, aber wir haben uns erlaubt das zu ändern und nach Afrika zu verlegen. Wir wollten eine afrikanische Urgeschichte haben, die noch dazu eine schwarz-weiß Problematik beinhaltet.
Warum gibt es im Film eine Liebesgeschichte?
Das ist richtig, es gibt eine kleine Liebesgeschichte zwischen Justus und Chris, eine "Beinah" Kussszene. Sehr zart, aber trotzdem da, und eigentlich ein Frevel bei den "Die drei ???", das wissen wir. Wir haben es uns trotzdem erlaubt, einfach deswegen, weil wir die Geschichte ein bisschen moderner machen wollten. Sie spielt 2007, nicht mehr in den 60er Jahren. Und man muss zur Entschuldigung auch sagen, dass es nicht Justus’ Initiative ist, sondern er wird da ein bisschen überfallen und insofern fanden wir das in Ordnung.
Kommen Onkel Titus und Tante Mathilda im Film vor?
Onkel Titus und Tante Mathilda kommen nicht vor. Wir haben das lange überlegt, aber im Film wird eine Reisegeschichte erzählt, die drei fahren weg, und es war so wenig Platz im Film, dass es nicht mehr geworden wäre als nur ein sehr kurzer Auftritt. Da wären wir den Figuren nicht gerecht geworden.
Wie wurden der Schrottplatz und die Zentrale umgesetzt?
Der Schrottplatz und das Hauptquartier, der Wohnwagen, sind natürlich das Herz eines jeden "Die drei ???"-Falls. Dadurch, dass die drei bei uns verreisen, kommt er relativ wenig vor. Für das Set, das wir komplett neu gebaut haben, haben wir uns orientiert an den Informationen, die man aus den Büchern hatte und den Kassetten, es gibt auch teilweise Illustrationen. Eine Sache haben wir geändert, und zwar den Einstieg in den unterirdischen Tunnel. Das ist im Original ein Kühlschrank. Die Amerikaner haben uns erklärt, dass man das nicht machen darf – man darf in Filmen nicht zeigen, wie Kinder in Kühlschränke gehen, da hat es wohl mal einen tödlichen Unfall gegeben. Deswegen ist es bei uns ein altes Auto, was ich auch besser finde, und ansonsten haben wir versucht uns ans Original zu halten. Dann gibt es noch Peters speziellen Stuhl im Hauptquartier, den haben wir hinzugefügt. Ansonsten haben wir einfach das, was wir aus den Originalen kennen, versucht umzusetzen, und ich denke das ist uns auch gut gelungen.
Stammen die Anfangsszenen im Fahrstuhl und bei der Auktion aus einen bestimmten "Die drei ???" Fall?
Die beiden Anfangsszenen mit dem Fahrstuhl und der Auktion beziehen sich auf irgendeinen Fall, den es nicht wirklich gibt, das ist ein bisschen so wie bei James Bond. Wir haben das vor allem gemacht, weil der Film ja auch für ein internationales Publikum funktionieren soll, das "Die drei ???" noch nicht kennt. In diesen beiden Szenen ist alles drin, was der Film letztendlich auch bringt. Zum einen die Action und dann wie sie einen Fall lösen mit ihren klugen Köpfchen, und rauskriegen, dass dieses Bild, das da gerade verkauft werden soll, gefälscht ist. Deswegen gibt es diese beiden Szenen – um die Figuren wirklich einzuführen.
Bei der Auktion wird ja auch Victor Hugenay erwähnt?
Ja, Victor Hugenay kommt zwar nicht in Persona vor in dieser Auktionsszene, aber das Bild, das versteigert werden soll, ist von ihm gefälscht, wie Justus beweist. Victor Hugenay ist ja eine wiederkehrende Figur, zumindest auf den Kassetten, und ich fand ihn immer klasse mit seinem französischen Akzent. Er wird bei uns in den Filmen auch vorkommen, als Erzfeind, soviel kann ich verraten.
Warum synchronisieren nicht die bekannten Hörspielsprecher den Film?
Ja, die drei Jungs haben nicht die Originalstimmen von den drei Sprechern, wie man sie von den Kassetten kennt. Das ist auf der einen Seite natürlich schon schade, auf der andern Seite wäre es einfach nicht glaubwürdig gewesen. Das funktioniert bei den Hörspielen, wenn man sein Kopfkino hat und sich die Jungs selber vorstellt, in einem undefinierbaren Alter so um die 16 Jahre. Aber in dem Moment, in dem man einen 12-jährigen Jungen sieht mit der Stimme eines Mittvierzigers, ist die Illusion dahin, das funktioniert leider wirklich nicht. Deswegen mussten wir das neu besetzen mit Kindersprechern.
Waren die Hörspielsprecher in irgendeiner Form am Film beteiligt?
Andreas Fröhlich und Oliver Rohrbeck haben das Set besucht. Beide sieht man kurz in einem Cameoauftritt.
Oliver Rohrbeck hat auch die Synchronregie für den Film übernommen, denn er ist ja nicht nur Sprecher, sondern auch ein sehr erfahrener Synchronregisseur.
Wie wurden die deutschen Stimmen für den Film gefunden?
Oliver Rohrbeck als Synchronregisseur hat sich um das Casting der drei Stimmen gekümmert. Es gab ein sehr ausführliches Casting und wir haben uns dann abgesprochen, wen wir gut finden. Aber es lag in seiner Hand, wir haben das seiner Expertise überlassen, denn wer könnte das besser entscheiden als er? Ich glaube wir waren da wirklich in guten Händen.
Wie ist die deutsche Fassung geworden?
Die deutsche Synchronfassung gefällt mit sehr gut. Für mich war es auch schwierig – dadurch, dass ich den Film auf englisch gedreht, geschnitten und gemischt habe, war ich sehr gewöhnt an die englischen Originalstimmen. Das dauert dann natürlich eine Zeit bis man sich an die deutschen Stimmen gewöhnt. Aber das habe ich inzwischen getan und ich finde, sie ist ganz klasse geworden.
Wird Alfred Hitchcock im Film erwähnt?
Alfred Hitchcock kommt nicht vor im Film. Er kommt ja auch seit längerem nicht mehr in den Hörspielen vor, was rechtliche Gründe hat, und das ist auch der Grund, weswegen wir ihn nicht benutzen können. Außerdem, wer hätte ihn spielen sollen? Und ich glaube die Kids von heute wissen nicht mehr wer Alfred Hitchcock ist. Man hätte vielleicht Steven Spielberg fragen können, aber wir haben das dann einfach weggelassen.
Wurde die Hörspielmusik verwendet?
Nein, wir haben nicht die Musik von den Kassetten benutzt. Das liegt vor allem daran, dass der Film nicht versucht, eine Verfilmung der Hörspiele zu sein. Ich glaube das ist auch gar nicht möglich, denn das, was die Hörspiele ausmacht – die Machart, die eigene Vorstellung, die man da reinbringt, der lustige Klang des Papageis, der Sound des Schrottplatzes – ist einfach so nicht verfilmbar. Die Grundlage des Films waren immer die Bücher und die haben keine Musik. Der Film soll etwas eigenes sein neben den Kassetten und deshalb braucht er auch eine eigene Musik.
Sind Sie mit dem fertigen Film zufrieden?
Der Film ist jetzt fertig, das hat sehr, sehr lange gedauert. Von der Drehbuchentwicklung bis zur deutschen Fassung dauert ja auch noch mal länger als bis zur englischen. Ein toller Moment war das Testscreening vor ein paar Monaten in München mit Familien und Kindern, also genau vor unserem Zielpublikum, in einem vollen Kino. Das war wirklich beeindruckend, weil man gemerkt hat, dass der Film funktioniert. Es wurde sehr viel gelacht und mitgefiebert. Da war ich sehr glücklich, denn irgendwann weiß man selber nicht mehr, ob das jetzt ein guter oder ein schlechter Film ist und zwischendrin findet man ihn dann auch ganz grauenhaft, wenn man ihn zum 150sten Mal sieht. Aber das ist natürlich das, was wirklich zählt: dass er beim Publikum ankommt. Und das hat er wirklich getan und insofern bin ich sehr glücklich damit.
Welche Geschichte wird als nächstes verfilmt?
Als nächstes kommt das "Gespensterschloss". Die Folge haben wir ausgewählt, weil wir damit ein bisschen das Genre wechseln können. Der erste Teil ist ein Abenteuerfilm, der zweite geht ein bisschen mehr in Richtung Horror und Grusel. Außerdem ist das "Gespensterschloss" eine meiner Lieblingsfolgen.
Wird wieder in Südafrika gedreht?
Ja, wir werden wieder in Südafrika drehen. Das Wetter ist sehr schön da, wenn hier Winter ist, ist dort Sommer, und wir haben gute Erfahrungen gemacht. Außerdem kann man dort gut Kalifornien nachstellen und es kostet viel weniger, als wenn man wirklich in Kalifornien dreht.
Spielt die Geschichte auch wieder in Südafrika?
Nein, diesmal wird der Fall nicht in Südafrika spielen, sondern in Kalifornien.
Was ist das faszinierende an den "Die drei ???", warum gibt es diesen Kult?
"Die drei ???" sind schon faszinierend. Ich habe als Kind "Die drei ???" gehört, ich war ein Kassettenhörer, kein Buchleser. Mein Bruder ist drei Jahre älter, der hat auch die Bücher gelesen. Wir hatten damals alle Kassetten, die wurden sogar getauscht auf dem Schulhof. Ich glaube sehr viele Leute meiner Generation sind mit diesen Kassetten aufgewachsen. Dann gab es auch eine große Konkurrenz mit TKKG, die habe ich aber immer abgelehnt. "Die drei ???" waren großartig, weil sie zum einen sehr spannend waren, aber auch immer ein bisschen gruselig. Auf langen Autofahrten wurden meine Eltern damit gequält und man konnte die ja auch irgendwie 20 mal, 30, 40, 50 mal hören, dass ist ganz seltsam in dem Alter. Die Kassetten sind einfach ein Phänomen, ich wüsste kein Beispiel wo ich so etwas schon mal erlebt oder gesehen hätte. Wenn man sich überlegt, dass in der Colorline Arena, ich glaube das war 2005, 12.000 Zuschauer waren, alle in meinem Alter, keine Kinder, und die drei Sprecher haben live vorne ein Hörspiel vorgetragen, den "Superpapagei". Da gingen Laola-Wellen durchs Publikum! Meine Erklärung ist, dass es glaube ich so eine Art Zeitmaschine in die eigene Kindheit ist, weil man mit den Stimmen, mit dem Sound der Macher dieser Kassetten, den Geräuschen, seine Kindheit verbindet. Man kann so eine Kassette anmachen und da kommen alle Gefühle wieder hoch, die man als Kind so hatte.
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